"Mit der Betrachtung der Physica der heiligen Hildegard
begeben wir uns in das zwölfte Jahrhundert, eine für die
deutsche Wissenschaft, wie für die Arzneikunde insbesondere
recht leere und unfruchtbare Periode. Während in Italien
die Unitas Hypocratica, Salerno, in Frankreich die Universität
zu Paris in schönster Blüthe stand, hatte Deutschland
ausser einigen Dom- und Klosterschulen keine eigentlichen
höheren Bildungsstätten aufzuweisen. Um so höher ist
daher der Werth des Werkes anzuschlagen, welches als ein
ehrwürdiges Denkmal des Alterthums, der Arzneimittellehre
und einer für die damalige Zeit nicht gewöhnlichen Naturkenntniss,
ja, in seiner eigenen Art wie eine duftende Blüthe
unter dem Unkraute der damaligen medicinischen Literatur
hervorragt...."