"Ascorbinsäure: Die als Vitamin C bekannte Form ist die sog. L-(+)-threo-Ascorbinsäure. Es handelt sich um ein farbloses, kristallines Pulver, das sich im Sonnenlicht bräunlich verfärbt. Der Geschmack in wässriger Lösung ist angenehm sauer.
Ascorbinsäure scheint in allen pflanzlichen Organismen vorzukommen, allerdings ist die Höhe der Konzentration sehr unterschiedlich. Hohe Ascorbinsäurespiegel finden sich bei Vertretern der Familien der Rosaceae, der Brassicaceae, der Liliaceae und der Iridaceae. Historisch sind Iris- und Gladiolus-Arten von Interesse. Vitamin-C-Reinstoffpräparate für die Pharmazie wurden - bevor Partialsynthesen aus Glukose bekannt waren - durch Extraktion und Isolierung aus Blättern der bekannten Ziergladiolen gewonnen.
Die für die menschliche Ernährung wichtigsten Quellen sind Obst und Gemüse. Auch unfermentierter grüner Tee ist ascorbinsäurereich. Mangelnde Zufuhr von Vitamin C führt zu dem als Skorbut bezeichneten Krankheitsbild. Von den anderen Vitaminen unterscheidet sich Vitamin C wesentlich dadurch, dass kein Enzym bekannt ist, bei dem Ascorbinsäure als Coenzym fungieren würde; der tägliche Bedarf liegt um einige Zehnerpotenzen höher, als derjenige der typischen Vitamine. Einige Autoren bevorzugen es daher, die Ascorbinsäure als ein essentielles Kohlenhydrat zu bezeichnen.
Die zugeführte Ascorbinsäure wird im Duodenum und Jejunum rasch resorbiert und aktiv durch die Dünndarmschleimhaut transportiert. In den Thrombocyten und Leukocyten findet eine gewisse Anreicherung an Ascorbinat statt; auch halten die Leucocyten die Substanz bei Mangelzuständen hartnäckiger fest als andere Zellen und Gewebe. Reich an Ascorbinsäure sind somit Nebennieren und Hypophyse. Das lässt sich als Hinweis deuten, dass Vitamn C wichtige Funktionen im Dienste der Aufrechterhaltung der Homöostase zu erfüllen hat; in Stresssituationen dürfte folglich der Bedarf erhöht sein. Überschüssige, vom Organismus nicht benötigte Säure wird nicht gespeichert, sondern via Harnwege ausgeschieden, was meist von einer milden Diurese begleitet ist. Der Nutzen von pharmakologischen Gaben, die weit über dem Tagesbedarf liegen, ist umstritten. In kontrollierten Studien wurde mehrfach gezeigt, dass prophylaktische Gaben von 1-2 g Ascorbinsäure pro Tag die Dauer und Schwere des Verlaufs von Erkältungskrankheiten positiv beeinflussen können. Bei bereits manifester Erkrankung sind hingegen keine therapeutischen Effekte zu erwarten."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)
"Ionone, Irone, Iriswurzel: Ionone wurden in zahlriechen ätherischen Ölen, wenn auch nur in sehr geringer Menge, aufgefunden. In der Natur stellen sie oxidative Metabolite von Karotinoiden dar. Sie sind leicht zu synthetisieren. Entsprechende Produkte finden als Riechstoff vom Veilchentyp eine breite Anwendung in der Parfumindustrie.
Irone sind homologe Ionone. Im Irisöl kommt ein komplexes Isomerengemisch vor. Die Substanzen stellen bei Raumtemperatur schwach gelblich gefärbte, leicht viskose Flüssigkeiten dar. Sie sind sehr beständig.
Iriswurzel oder Veilchenwurzel besteht aus dem vom Stängel, von Blättern, Wurzeln und Korkschicht befreiten Rhizom von Iris germanica, I. florentina oder I. pallida, die im Mittelmeergebiet heimisch sind. Die Rhizome werden im Herbst geerntet, frisch ins Wasser gelegt, sorgfältig geschält und mehrere Tage lang in der Sonne getrocknet. Danach lagert man sie 3 Jahre lang, damit sie ihr volles Aroma entfalten können. Frisch geerntete Rhizome sind geruchlos und schmecken scharf.
Iriswurzeln werden fertigen Teemischungen als Geruchskorrigens beigesetzt. Therapeutische Effekte sind nicht beschrieben. MIt Lipoidlösungsmitteln hergestellte Resinoide oder das ätherische Öl dienen als Fixativ für künstliche Parfümkompositionen auf Veilchenbasis."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)