" Altingia excelsa (Liquidambar excelsa)
"Dieser, mehr als zwey Hundert Fuß hohe, eben so schöne als nützliche Baum, wurde von Noronha zuerst beschrieben, und nach Alting, dem damaligen General - Gouverneur der ostindischen Besitzungen der Holländer, Altingia excelsca genannt. ... Doch nur erst 1828, wo die Gesellschaft der deutschen Naturforscher und Ärzte in Berlin sich versammelte, sprach es Reinwardt mit Gewissheit aus, dass dieser Baum wirklich jenen Balsam gebe ...
Demnach kommt also der flüssige Storax, Storax s. Styrax liquidus von Altingia excelsa, nicht aber von Liquidambar Styraciflua, was auch immer schon bezweifelt worden ist. ... Im Arzneygebrauch wird er nur noch zum Unguentum de Styrace angewendet, welches in der neuern Zeit von Larrey bey Frostwunden sehr empfohlen worden ist."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Elfter Band. 1830)

"Liquidambar styraciflua
"Unter allen Bäumen, die im nördlichen America bis jetzt bekannt geworden sind, ist keiner so weit dort im Lande verbreitet, wie der Liquidambar Styraciflua. Als ein Begleiter der Küste des Oceans fängt er an in Nord West unter 43- Grad der Breite zwischen Portsmuth und Boston bemerkbar zu werden, und ununterbrochen kommt er in Süd-Ost vor, ja sogar im alten Mexico, und in Osten so weit die Ufer des Meeres von Virginien reichen, ja noch jenseits des Flusses Illinois. ... Immer erscheint er da, wo ein guter, mehr oder weniger nasser Boden sich findet, der mit Nyssa aquatica, Ulmus alata , Carya squamosa , C. amara , Ouercus Phellos , Q. Prinus , Q. discolor, Q. palustris , Acer rubrum, Fraxinus sambucifolia und F. rubicunda bewachsen ist. Wenn er ein gewisses, nicht ganz unbedeutendes Alter erreicht hat, fließt aus ihm, entweder von selbst oder durch Einschnitte, die man in die Rinde macht, ein Balsam, dessen Menge in den kältern Gegenden sehr unbedeutend ist, aber nach und nach zunimmt, so wie der Baum mehr südlich vorkommt. ... Dieser Balsam, der in dem Arzneyvorrath als flüssiger Amber, Liquidambar s. Ambra, liquida , von dem flüssigen Slorax, welcher von einem andern Baume (Altingia excelsa) kommt, wohl zu unterscheiden ist, hat die Consistens des venedischen Terpentins und ist von gelblichröthlicher Farbe, wird aber nach uud nach dunkler und dann zugleich dicker oder fester. Sein Geruch gleicht einem Gemisch von Amber- und Benzoeduft, und sein Geschmack ist gewürzhaft und erwärmend. Wenn man meint, dass auch der flüssige Storax von dem Liquidambar Styraciflua durch Auskochen der Äste desselben gewonnen werde, so bedenkt man nicht, dass bey dieser Operation das flüchtige Öhl entweichen muss, und daher nur ein Harz, aber kein flüssiger Balsam gewonnen werden kann. Die sogenannte Weihrauchrinde, Cortex Thuris s. Thymiamatis, welche zerstückelt , oft mit verdorrten Blättern gemengt vorkommt, und noch Spuren eines flüssigen Harzes an sich trägt, möchte daher, wenn sie von demselben Baume abgeleitet werden kann, wohl nicht als Überbleibsel der Bereitung des flüssigen Storax, sondern eher als ein solches welches bey der Reinigung des flüssigen Amber abfällt, betrachtet werden können."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Elfter Band. 1830)