~236 Gattungen / ~7173 Arten weltweit; kosmopolitisch, vor allem in wärmeren Gebieten; besonders reich im Mediterrangebiet und in Vorderasien; die Labiaten sind ein erfolgreicher Abkömmling der tropisch zentrierten Verbenaceae, die Grenze zu dieser Familie ist gegenwärtig in Diskussion; Pflanzen meist krautig, selten halbstrauchig; oft aromatisch; Laubblätter: dekussiert, ohne Stipeln, Spreite meist ungeteilt, Stängel daher meist ± 4-kantig, meist mit ätherischen Ölen (aromatisch!); Infloreszenz: Thyrsus, stockwerkartig übereinander stehende Scheinquirle,(= Partialinfloreszenzen), die aus je 2 dekussiert stehenden, selten 1-blütigen Zymen, meist Knäueln (= „Halbquirlen“) bestehen; Partialinfloreszenzen: ± gestauchte Dichasien oder meist davon abgeleitet Doppelwickel, die Dichasien sind dekussiert angeordnet, also besteht der Thyrsus charakteristischerweise aus Scheinquirlen; Knäuel-Tragblätter (= Zymen-Tragblätter): entweder Hochblätter (z. B. bei Salvia, Ajuga; Thyrsus brakteos) oder Laubblätter (Glechoma, Lamium; Thyrsus frondos); Blüten: meist ausgeprägt zygomorph,
Kelch synsepal, ± deutlich 5-zählig; radiär oder oft 2-lippig, Krone sympetal, ± deutlich 5-zählig; meist ausgeprägt 2-lippig: Oberlippe aus 2 Petalen, Unterlippe aus 3 Petalen aufgebaut; Stamina meist 4: 2 längere und 2 kürzere, ein Stamen ist im Zusammenhang mit der Ausbildung der Zygomorphie ausgefallen, Stamina selten auf 2 reduziert, z. B. bei Salvia, Stamina mit der Krone verwachsen; Gynözeum coenokarp, 2-karpellig, Griffel mit 2 Narben, Fruchtknoten oberständig, 4-teilig, da jedes Karpell 2-geteilt, Gynodiözie nicht selten; Früchte: 4-teilige Klausenfrucht, die bei der Reife in vier 1-samige Teilfrüchtchen (= „Klausen“), zerfällt, Bruch- und gleichzeitig Spaltfrucht!, ähnlich – homolog konvergent! – wie bei den Boraginaceen, Steinfrüchte selten und nur bei nicht heimischen Sippen; viele Nutz-, Zier-, Heil- und Gewürzpflanzen.