Nutzung: Die Haferwurzel war über Jahrhunderte hinweg ein sehr beliebtes Wurzelgemüse. Der häufig auch als Weißwurzel bezeichnete Korbblütler stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, wo er schon in der Antike als Gemüse verwendet wurde. In unseren Breiten war es Albertus Magnus, der die Haferwurzel im 13. Jahrhundert als erster erwähnte und wegen ihres Geschmacks rühmte. Im 19. Jahrhundert wurde sie zunehmend durch die sehr ähnliche Schwarzwurzel von der Speisekarte verdrängt. Einen Anbau von nennenswertem Umfang gibt es heute nur in England. Dort wird das Wurzelgemüse noch sehr geschätzt und wegen seines leicht an Austern erinnernden Geschmacks liebevoll „vegetable oyster“ (vegetarische Auster) genannt.
Die Haferwurzel ist ein zweijähriges Gewächs, welches im ersten Jahr Wurzeln und Blätter und im zweiten Jahr die violetten Blüten bildet. Sobald die Blütenstängel erscheinen, wird die Wurzel holzig und damit ungenießbar. Geerntet wird frühestens ab Anfang Oktober, da die Wurzeln gerade im frühen Herbst noch reichlich an Masse zulegen. Für eine sinnvolle Verwertung in der Küche sollte die Wurzel eine Dicke von mindestens 2,5 cm und eine Länge von etwa 30 cm haben. Da die Haferwurzel unempfindlich gegenüber Frost ist, kann sie den Winter über im Boden belassen und dort nach Bedarf entnommen werden. Leichte Frosteinwirkung macht die Wurzeln sogar noch etwas süßer. Zum Schutz vor zu starken Frösten sollte die Erde über den Wurzeln jedoch mit etwas Stroh oder Reisig abgedeckt werden.