"Lutein und Helenien: Lutein, das 3,3-Dihydroxyderivat des α-Carotins, kommt frei oder als Ester in allen grünen Pflanzen sowie in Rotalgen vor. Freies Lutein bestimmt die Farbe des Eidotters. Da der tierische Organismus auf die externe Zufuhr von Karotinoiden angewiesen ist, spielt luteinreiches Futter eine große Rolle in der Geflügelzucht. Verwendet wird hauptsächlich pulverisiertes Luzernenmehl.
Die Luzerne (engl. alfalfa), Medicago sativa, ist eine in warmen Klimaten verbreitet angebaute Futterpflanze. Reich an Lutein sind ferner Brennnesseln (Urtica urens und U. dioica), div. Rotalgen (wichtige Nutzpflanzen zur Gewinnung von Hydrokolloiden), das Palmöl aus den Früchten der Ölpalme, Elaeis guineensis, und die Blüten von Tagetes-Arten, in denen Lutein sowohl frei, als auch in Form des Dipalmitinsäureesters Helenien vorkommt. Helenien wurde erstmals aus den Blättern von Helenium autumnale isoliert.
Tagesextrakte wurden zur Verbesserung des Adaptationsvermögens des Auges, vor allem zur Verbeserung des Dämmerungssehens empfohlen. Lutein weist jedoch keine Provitamin-A-Wirksamkeit auf."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)