Die Arbeitsgruppe "Arzneitees – Teedrogen" der ÖGPhyt schlägt für die unterstützende Behandlung von Gallenbeschwerden einige Teemischungen vor, die im Folgenden näher charakterisiert sind. Gallenbeschwerden äußern sich in oft krampfartigen Schmerzen vor allem im rechten Oberbauch, begleitet von Blähungen oder Obstipation.
Gallentees sind symptomorientierte Mittel sowohl für den Zeitraum bis zur Abklärung der Ursachen als auch zur begleitenden Therapie. Für den Patienten belastende funktionelle Beschwerden nach chirurgischen Eingriffen können gut behandelt werden.
Cholagoga, wie die javanische Gelbwurz, regen die Peristaltik an (= cholekinetische Wirkung) und/oder fördern die Flüssigkeitssekretion in die Galle (= hydrocholeretische Wirkung). Spasmolytische Arzneidrogen wie das Schafgarbenkraut sind bei krampfartigen Beschwerden indiziert. Dementsprechend werden Gallentees mit vorwiegend cholagoger oder vorwiegend spasmolytischer Wirkung vorgestellt. Der hydrocholeretische Effekt von Gallentees kann sich auch positiv bei Cholangitiden (Gallenwegsentzündungen) auswirken.
Kontraindiziert sind Gallentees bei Ikterus (Gelbsucht) und Störungen im Bereich des Galleabflusses, hier muss die Ursache behoben werden. Laxantien sollten nur gezielt eingesetzt werden und sind daher in den vorgeschlagenen Teemischungen nicht enthalten.