"Carlina acaulis
"Die Wurzel der Carlina acaulis ist unter dem Namen Eberwurzel, Radix Carlinae s. Cardopatiae, in dem Arzneyvorrath bekannt. In der frischen und auch in der trocknen Wurzel, wenn letztere in Wasser aufgeweicht ist, sieht man im Querdurchschnitte die in der Rinde und auch noch mehr nach Innen liegenden Öhlbehälter, aus denen das ätherische Öhl, welches in der frischen Wurzel gelb, in der getrockneten bräunlichgelb erscheint, schon bey einem nicht zu starkem Drucke hervortritt. ...
Ihr Geruch ist ziemlich stark und etwas widrig, ihr Geschmack scharf und etwas bitter. Sie gehört zu den stark excitirenden, tonischen, erhitzenden Mitteln ; wird aber durch andre Mittel z. B. Radix Angelicae, Ostruthii und dergleichen ersetzt. Sie wird jetzt bloß noch zu einigen zusammengesetzten Mitteln und in der Thierheilkunde benutzt. In den Gegenden, wo die Pflanze vorkommt, dient sie als Nahrungsmittel, und wird, so wie die Artischocke, genossen."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zehnter Band. 1827)