"Benediktenkraut: Die Droge besteht aus den zur Blütezeit geernteten Blättern und Zweigspitzen von Cnicus benedictus (syn. Centaurea benedicta), einer einjährigen, gelb blühenden Distel mit schrotsägezähnigen, gewellten, großen Blättern. Sie schmeckt stark und anhaltend bitter, der Drogenstaub verursacht ein unangenehmes Kratzen im Hals.
Benediktenkraut enthält etwas ätherisches Öl (0,03%), Sesquiterpenlaktone (um 0,25%), Pentacyclische Triterpene, Phytosterole, Aromatische Verbindungen und hohe Konzentrationen an Mineralstoffen (10-18%).
Die geschnittene Droge dient zur Infusbereitung (1,5 g pro Tasse) und ist Bestandteil industriell hergestellter Leber- und Galletees. Zusammen mit anderen Kräutern findet man sie in bitteren Spirituosen.
Anwendung: Als Bittermittel bei dyspeptischen Beschwerden, die mit Subazidität einhergehen. Die Anwendung als "harntreibendes Mittel" dürfte - ähnlich wie im Fall der "Brennnessel ihre Berechtigung im hohen Gehalt an Kaliumsalzen haben. Hinter der volksmedizinischen Anwendung als lokales Wundheilmittel steckt möglicherweise eine richtige Beobachtung. Cnicin und verwandte Sesquiterpene sind in vitro gegen eine Reihe von gramnegativen Testbakterien (Brucella, Shigella, Escherichia) antibakteriell wirksam. Die lokale Anwendung ist jedoch nicht zu empfehlen.
Benediktenkraut enthält Sesquiterpene, die Allergien, insbesondere solche vom verzögerten Typ, hervorrufen können.
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)

"Isoprenoide in Kardobenediktenkraut: Die Pflanze enthält Germacranolide und ist ein potentielles Kontaktallergen."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)