"[I.4. - Cyperngras] - Cyperus rotundus, Cyperus longus (Cyperaceae) - Rundes und Langes Cyperngras.
Das sogenannte athamantische Meon wächst sehr häufig in Makedonien und Spanien, an Stängel und Blättern dem Dill ähnlich, aber es ist dicker [kürzer] als der Dill. Es erreicht eine Größe von etwa zwei Ellen, ist [auch oft] unten besetzt mit zarten, querlaufenden und geraden, langen, wohlriechenden, auf der Zunge brennenden WurzeDer Kypeiros - Einige nennen ihn gerade so wie den Aspalathos Erysiskeptron [die Römer Binsenwurzel, auch Binse]. Er hat Blätter wie der Lauch, aber länger und dünner (und härter), einen Stängel von zwei Ellen und mehr Höhe, kantig, der Binse ähnlich, an dessen Spitze sich ein Ansatz von kleinen Blättchen und Samen befindet. Die Wurzeln darunter, von denen auch Gebrauch gemacht wird, sind länglich wie Oliven, unter sich zusammenhängend oder auch rundlich, schwarz, wohlriechend, etwas bitter. Er wächst aber in bebauten und sumpfigen Gegenden. Die beste Wurzel ist die sehr schwere und dichte, vollkräftige, schwer zu brechende, raue, die einen mit einer gewissen Schärfe verbundenen Wohlgeruch hat; eine solche ist die kilikische und syrische, und die von den kykladischen Inseln.
Sie hat eine erwärmende, eröffnende, harntreibende Kraft, hilft den an Blasenstein und Wassersucht Leidenden und ist auch ein gutes Mittel gegen Skorpionstiche; ferner ist sie in der Räucherung heilsam bei Erkältung und Verstopfung der Gebärmutter) und befördert die Menstruation. Trocken fein zerrieben heilt sie Geschwüre im Munde und fressende Geschwüre. Ferner wird sie erwärmenden Umschlägen zugesetzt und eignet sich besonders zum Verdichten der Salben. Es wird beichtet, dass in Indien noch eine andere Art Kypeiro vorkomme, dem Ingwer ähnlich, welche sich beim Zerkauen safranfarbig und bitter erweist. Eingesalbt aber vertreibt sie alsbald die Haare."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)