"Hoc simul in spatio campi quo figitur imis
Haec tam laeta seges, vili quam carmine pinxi,
Visitur alterius vitis genus acre per aequor.
Serpere pulvereum et fructus nutrire rotundos
Pomorum. Haec species terrae super arida vulgo
Terga iacens crementa capit pulcherrima, donec
Solibus aestivis flavos intincta colores
Messoris calatLos matura fruge replerit.
Tum videas aliis teretem satis esse figuram,
Undique porro aliis oblongo stemmate ventrem
Demissum, nucis aut ovi versatilis instar;
Vel qualis manibus quondam suspensa supinis
Lucet agens circum lomenti bulla salivam,
Ante recens maceratur aquis quam spuma refusis,
Dum lentescit adhuc digitis luctantibus et se
Alternis vicibus studioque fricantibus uno,
Inter utranque manum parvo fit parvus hiatu
Exitus, huc stricto lenis meat ore Noti vis,
Distenditque cavum vitrea sub imagine pondus
Et centrum medio confingit labile fundo,
Undique conveniat cameri quo inflexio tecti.
Ergo chalybs huius penetrat dum viscera pomi,
Elicit humoris largos cum semine rivos
Multiplici: tum deinde cavum per plurima tergus
Frusta manu spargens hortorum laetus opimas
Delicias conviva capit, candorque saporque
Oblectant fauces; nec duros illa molares
Esca stupere facit, facili sed mansa voratu
Vi naturali frigus per viscera mittit."
(Walahfried Strabo: Liber de Cultura Hortorum von 827)
"Gleichfalls am selbigen Platz, wo den untersten Beeten sich anschließt
Jene üppige Saat, die in dürftigem Lied ich besungen,
Sieht man ein kräftiges Rankengewächs von anderer Gattung
Kriechen auf staubigem Grund und runde Früchte erzeugen.
Diese Sorte von Früchten, sie lagert sich meist auf des Bodens
Trockenem Rücken und schwillt in erstaunlich mächtigem Wachstum,
Bis sie dann, gelblich gefärbt von den Sonnenstrahlen des Sommers,
Füllet mit reifem Ertrag die Körbe des erntenden Gärtners.
Dann kann man sehn, daß die einen von ziemlich schlanker Gestalt sind,
Andre dagegen, mit wohlentwickeltem Bauch, sind ovaler
Form, dem beweglichen Rund einer Nuß, eines Eis zu vergleichen,
Ähnlich wohl auch einer Kugel, die hängt an gebogenen Händen,
Glänzend sich dreht als Blase um schäumende Seife beim Waschen,
Ehe der Schaum noch zergeht, zurückgeflossen zu Wasser;
Während er steif noch steht an den fest verschlungenen, in einem
Eifer sich gegenseitig und wechselnd reibenden Fingern,
Öffnet sich zwischen den Händen nur eng ein Durchpaß und Ausgang;
Bläst man hinein aus zusammengezogenem Munde den Atem,
Dehnt sich die luftige Masse, wie wenn aus Glas sie bestünde,
Formt eine Kugel, schwebend genau an der Stelle des Grundes,
Wo sich die Wölbung der Hände von allen Seiten vereinigt.
Wenn nun tief in den Leib dieser Frucht eindringet das Messer,
Locket es reichliche Bächlein hervor, und es schwimmen im Safte
Massenhaft Samen. Zerteilt man das hohle Gehäuse von Hand in
Zahlreiche Stückchen, so freut sich der Gastfreund bei Tische des guten
Leckerbissens der Gärten. Denn Weiße des Fleischs und Aroma
Schmecken dem Gaumen, und nicht wird solcherlei Speise die harten
Backenzähne erschrecken: gekaut schon im eiligen Schluck, hält
Kühl mit natürlicher Kraft sie die Eingeweide des Leibes."
(Walahfried Strabo: Liber de Cultura Hortorum von 827)