"Die Melonen [Cucumis Melo L.] deren es unzählige Abarten gibt, die sich durch Farbe, Geruch und Geschmack des Fleisches , so wie noch durch andere Eigenschaften von einander unterscheiden , waren auch den Alten bekannt. Sie wußten schon , dass man die Früchte mehrerer Gewächse aus der Familie der Cucurbitaceen nach Gefallen ändern konnte, wenn man die eben verblühte weibliche Blume in ein Gefäß brachte, nach dessen Gestalt die Frucht sich dann modelte - so erzählt ein hippokratischer Schriftsteller. Auch Theophrast, so wie Plinius gedenken dieses Umstandes. Dodonaeus, einer der Väter der deutschen Pflanzenkunde , berichtet dasselbe und glaubt dass Cucumis flexuosus oder anguinus erst durch die Kunst hervorgebracht, dann aber auch durch Samen gezogen freiwillig jene Windungen und Krümmungen beibehalte.
Die Melone wird als eine leichte Speise betrachtet , die auf den Urin und Stuhlgang wirke, wenig nähre, aber auch nicht schade. Bei Blutharnen wird sie angerathen. Das Innere der reifen Frucht legte man als Cataplas auf den entzündeten vorgefallenen Mastdarm.
Noch wird ein anderer angeführt , welcher etwas erhalte und den Durst lösche, sonst aber mit dem vorigen übereinstimme, welcher vielleicht nur als eine Varietät desselben angesehen werden darf."
(J.H.Dierbach: Die Arzneimittel des Hippokrates, 1824)