"[IV.46. - Hippuris] - Ephedra fragilis var graeca (Gnetaceae) - Zerbrechliches Meerträubchen, Equisetum fluviatile (Equisetaceae) - Flussschachtelhalm
Die Hippuris [Einige nennen sie Trimachion, Andere Anabasis, Charadranon, Ephedra, Weidenbaum, Gis, Schoinisstrophon, die Aegypter Pherphra, die Propheten Nahrung des Saturn, die Römer Equinalis, auch Salix equinalis] wächst an feuchten Stellen und Gräben; sie hat leere röthliche, etwas rauhe, starre Stengelchen, welche von unter einander zusammen- gewachsenen Knoten umgeben sind. Um diese stehen dichtgedrängt binsenartige, zarte Blätter. Sie wächst in die Höhe, indem sie an benachbarten Stämmen emporgeht und herabhängt, umgeben von dunklen Haaren wie ein Pferdeschweif. Die Wurzel ist holzig, hart; das Kraut adstringirend, daher stellt ihr Saft Blutflüsse aus der Gebärmutter. Mit Wein getrunken hilft er bei Dysenterie, treibt auch den Harn. Die Blätter verkleben blutige Wunden, wenn sie fein gerieben aufgestreut werden; die Wurzel und das Kraut sind heilsam bei Husten, Orthopnöe und inneren Rupturen. Es heisst auch, dass die Blätter, mit Wasser getrunken, eine Zertheilung der Eingeweide, einen Riss in der Blase und eine Darmbruch wieder in Ordnung bringen."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)