"Zitronellaöle (Citronellöle, indisches Melissenöl): Zitronellaöle gewinnt man durch Wasserdampfdestillation bestimmter Gräser, und zwar kommen 2 Haupttypen auf den Markt: 1) Zitronellaöl, Ceylontyp, das aus Cymbopogon nardus gewonnen wird, und 2) Zitronellaöl, Javatyp, das von Cymbopogon nardus var. mahapengiri stammt. Der Javatyp wird außer in Indonesien auch in Indien sowie in Mittel- und Südamerika angebaut. Er gelangt auch unter der Handelsbezeichnung Indisches Melissenöl (Oleum Melissae indicum) auf den Markt.
Die Droge ist eine schwach bis stark gelb gefärbte Flüssigkeit, die einen angenehm frischen Geruch aufweist. In der Parfümerie gilt der Javatyp als das geruchlich feinere Öl. Charakteristische Bestandteile sind Geraniol und Citronellal, die im Javatyp in höherer Konzentration vorliegen.
Das Öl dient hptsl. zum Parfümieren von Seifen und Brillantinen. Pharmazeutisch wird es wie Melissenöl verwendet, v.a. als Komponente in Badezusätzen als Melissenbadöl oder -salz; ferner zu hyperämisierenden Einreibungen, wie z.B. dem Spiritus citronellae oder dem Spiritus melissae compositus, bekannter unter dem Namen Karmelitergeist.
Unerwünschte Wirkungen sind allergische Reaktionen vom verzögerten Typ."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)