"Zimt: Unter Zimt versteht man die zumeist von äußeren Gewebeschichten (Kork und primäre Rinde) ganz oder teilweise befreite, getrocknete Rinde von jungen Stämmen, Ästen oder Wurzelschösslingen verschiedener ostasiatischer Cinnamomum-Arten. Folgende Handelssorten werden in Europa angeboten: Ceylon-Zimt von Cinnamomum verum (syn. C. zeylanicum), Chinesischer Zimt von C. aromaticum (syn. C. cassia) und Saigon-Zimt von C. loureiri. Wegen seines feinen aromatischen Geruchs und seines würzig-brennenden, süßlichen - nicht herben - Geschmacks wird der Ceylon-Zimt am höchsten geschätzt. Die europäischen Pharmakopöen schreiben ihn vor; in Amerika hingegen wird Saigon-Zimt bevorzugt.
Cinnamomum zeylanicum ist ein immergrüner Baum mit schönen lederartigen Blättern und rispig angeordneten gelben Blüten. In den Kulturen wird die Pflanze zurückgeschnitten, um sie strauchartig niedrig zu halten; die langen dünnen Seitentriebe liefern die beste Droge. Die Rinde wird mit einem Messer abgelöst und von den Rindenstückchen das äußere Gewebe bis auf den Steinzellenring abgeschabt. Beim Trocknen verfärbt sich die ursprünglich helle Rinde braunrot, offenbar infolge enzymatischer Phlobaphenbildung aus reichlich vorhandenen Catechinen. Ceylon-Zimt riecht balsamisch-würzig und schmeckt würzig-brennnend, leicht süßlich.
Inhaltsstoffe sind neben Zucker, Stärke, Schleim-, Gerb- und Farbstoffen ätherische Öle (1-2%) mit Zimtaldehyd als Hauptkomponente (65-75%); weitere 4-10% entfallen auf Phenole, hptsl. auf Eugenol. Dazu kommen 20 weitere Substanzen, darunter Zimtsäure, Caryophyllen und Humulen.
Zimt dient als Gewürz für Süßspeisen, Back- und Süßwaren, für Magenbitter, sowie zu Cola-Getränken. In der Pharmazie verwendet man die Droge als Geruchs- und Geschmackskorrigens; sie ist beliebter Bestandteil von Alkohol enthaltenden Magentonikas."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)