Ziest m, Stachys, formenreiche, schwer zu gliedernde Gattung der Lippenblütler mit ca. 300, überwiegend in gemäßigten Regionen heimischen, besonders im Mittelmeergebiet und Vorderasien stark vertretenen Arten. Kahle bis zottig behaarte Kräuter oder Stauden, seltener (Halb-)Sträucher, mit einfachen, am Rande häufig gekerbten oder gesägten Blättern und kleinen, in meist dichten, blattachselständigen Scheinquirlen stehenden Blüten. Diese weiß, gelb, rosa, purpurn oder scharlachrot gefärbt mit 2lippiger Krone, deren 3lappige Unterlippe einen vergrößerten, oft 2spaltigen Mittellappen aufweist.
Häufigste der etwa 10 in Mitteleuropa vertretenen Arten sind: der rötlich-bräunlich blühende Sumpf-Ziest, Stachys palustris (in Staudenfluren an Ufern und Gräben, in Naßwiesen; der dunkelrot blühende Wald-Ziest, Stachys silvatica (in Auen- oder feuchten Laubmischwäldern), sowie der gelblich-weiß blühende Aufrechte Ziest, Stachys recta (im Saum sonniger Büsche, in lichten, warmen Wäldern und in Kalkmagerrasen).
Der rosa-purpurn blühende Gemeine Ziest oder Heil-Ziest, auch Rote Betonie, Stachys officinalis (in Moor- und mageren Bergwiesen), wurde früher wegen seines hohen Gerbstoffgehalts als Heilpflanze verwendet.
Zu den als Zierpflanzen genutzten Ziest-Arten gehört der aus Südosteuropa und dem Kaukasus stammende, dicht weißseidig behaarte Woll-Ziest oder das Eselsohr, Stachys lanata. Stachys sieboldii, der in Mittel- und Nordchina sowie Japan heimische Knollen-Ziest (Japanknolle, Japanische Kartoffel), treibt, wie der ihm nahe verwandte Sumpf-Ziest, unterirdische, an ihrer Spitze knollig verdickte Ausläufer. Die Knollen enthalten u.a. nahezu 20% Stachyose und sind eßbar (Gemüse).