"Dass diejenige Pflanze, welche wir jetzt Hyssop nennen nicht der Hyssop der Hebräer und Griechen sey, ist schon oft behauptet worden; auch fehlte es nicht an Männern die in andern Pflanzen den wahren Hyssop der Alten erkannt zu haben glaubten, so gibt Cäsalpin Origanum Onites an , die er unter dem Namen Scarsapepe beschreibt. Neuere halten Teucrium Pseudhyssopus Schreb. dafür. Die Hauptursache der Ungewissheit in Hinsicht des Hyssops liegt offenbar darin , dass ihn die Alten nicht beschrieben , weil sie dies bei einer so gemeinen und Jedermann bekannten Pflanze nicht für nöthig hielten. Dass aber dennoch unser Hyssop der der Alten sey , hat besonders Mathiolus nachzuweisen gesucht; auffallend ist der Umstand, dass Plinius von den Beeren des Hyssops spricht, wobei ich indessen bemerke, dass alle diejenigen Gewächse die man für den wahren Hyssop der Alten ausgab, keine Beeren besitzen, so Wenig als Hyssopus officinalis L. welche Pflanze Viele für den Hyssop der Hippokratiker halten; die heutigen Griechen bezeichnen mit dem Namen jetzt eine andere wohlriechende Pflanze, die häufig auf Creta und im Peloponnes wächst, nämlich Satureja juliana.
Im Allgemeinen wird von ihm gesagt , er wirke erwärmend und löse den Schleim auf . Nach dem Erbrechen ließ man Hyssbp mit Essig und Salz nehmen. Hyssop aus Cilicien wird zu Muttertranken empfohlen , derselbe soll bei der Bräune in Dämpfen angewendet werden , wobei noch zu bemerken , dass auch Dioscorides den cilicischen Hyssop für den besten hält."
(J.H.Dierbach: Die Arzneimittel des Hippokrates, 1824)