"Glykoside des Diosgenins: In zahlreichen Dioscorea-Arten kommt Diosgenin in Form der beiden Trioside Dioscin und Gracillin vor. Die beiden Substanzen werden, wie überhaupt alle Saponinglykoside, im Zytoplasmaraum der Zellen gespeichert.
Dioscorea ist eine zu Ehren des griechischen Arztes Dioskurides benannte tropische Pflanzengattung. Wenn man von einigen der Stärke wegen kultivierten Dioscorea-Arten (Yam) absieht, welche Rhizomknollen bilden, sind die anderen Vertreter durch Wurzelknollen gekennzeichnet, die aus sprossbürtigen Wurzeln der Stängelbasis hervorgehen; sie sind von keuliger Gestalt, 30-70 cm lang und bis zu 20 kg schwer. Einige Arten werden in Gewächshäusern als Zierpflanzen gezogen, andere haben in den Tropen Bedeutung als Nutzpflanzen, vergleichbar unserer Kartoffel. Dazu gehören Dioscorea alata (Wasseryam), D. bulbifera (Kartoffelyam), D. cayennensis (Gelber Yam), D. esculenta (asiatischer Yam) und D. opposita (Chinesischer Yam).
In der Volksmedizin spielen insbesondere die getrockneten unterirdischen Teile von Dioscorea villosa eine Rolle, die in den östlichen und mittleren Regionen der USA beheimatet ist. Infuse gelten als spasmolytisch, entzündungswidrig, antirheumatisch und cholagog wirksam. Als Indikationen werden genannt: Rheumatoide Arthritis, Muskelrheuma, Cholecystitis und Dysmenorrhoe.
Industrielle Bedeutung als Rohstoff zur Diosgeningewinnung haben folgende Dioscorea-Arten: D. composita (Mexiko, Guatemala), D. deltoidea (Indien, Pakistan, Nepal), D. floribunda (Mexiko, Mittelamerika), D. panthaica (China), D. prazeri (Indien), D. spiculiflora (Mexiko, Mittelamerika) und D. zingiberensis (China). Etwa die Hälfte der auf dem Weltmarkt angebotenen Arzneistoffe vom Typus der Steroide (Kortikosteroide, Sexualhormone und Ovulationshemmer) werden partialsynthetisch aus Diosgenin hergestellt."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)
"Dioscorea villosa-Wurzel: Die Wurzel besteht aus den getrockneten unterirdischen Teilen von Dioscorea villosa. Der Wurzelstock ist holzig, knotig, etwas zusammengedrückt, etwa 1 cm dick mit zahlreichen Nebenwurzeln und Stängelnarben im oberen Teil. Er ist hellbraun bis gelblich gefärbt. Die Droge ist geruchlos, schmeckt bitter und anhaltend scharf.
Die chemische Zusammensetzung ist ungenügend untersucht. Indikationen der Volksmedizin sind GAllenkoliken (?) und akute Phasen bei rheumatoider Arthritis. Dosierung: 2-4 g Droge als Infus oder 2-4 ml des Fluidextrakts (hergestellt mit 45%igem Alkohol), Einnahme bis dreimal täglich."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)