"In unsern Gärten ist der gemeine Wunderbaum
Ricinus communis L. eine bekannte Pflanze, die
aber weder in Teutschland noch in Griechenland ursprünglich
wild wächst, sondern in wärmeren Klimaten
zu Hause ist. Diejenige Art, welche im nördlichen
Afrika wild wächst, ist von dem gemeinen verschieden,
und wird von Willdenow Ricinus africanus genannt.
Es wäre möglich, dass diese Art es ist von der
Strabo sagt, sie werde in Aegypten des Oehls wegen,
das man aus den Samen presst, angepflanzt, welches Oehl allgemein zum Brennen in Lampen , von
Aermeren aber und Handwerkern , Männern sowohl als
Weibern, zum Salben gebraucht werde. Nicht minder
möglich ist es, dass nur diese afrikanische Pflanze den
Griechen bekannt geworden war. — Bauwolf fand den
Wunderbaum um Tripoli in Syrien so häufig wild wachsend,
dass man dazwischen wie er sagt wie der Weg
hindurch geht, schwerlich kommen mag. In Armenien
sah ihn Tournefort an einem Orte häufig angebaut.
Die Hippokratiker bedienten sich der Wurzel innerlich
gegen hysterische Zufälle."
(J.H.Dierbach: Die Arzneimittel des Hippokrates, 1824)