"[III.138. - Weiße Seerose] - Nymphaea alba (Nymphaceae) - Weisse Seerose
Die Nymphaia wächst in Sümpfen und stehenden Gewässern. Sie hat Blätter ähnlich denen des Kiborion, aber kleiner und länglicher, gewissermaßen aus dem Wasser hervorragend, teils aber auch im Wasser untergetaucht, sie kommen zu mehreren aus derselben Wurzel. Die Blüte ist weiß, der Lilie ähnlich, mit einem safranfarbigen Mittelteil. Wenn sie abgeblüht hat, wird es rund, an Umfang einem Apfel oder einem Mohnkopf zu vergleichen, schwarz, darin befindet sich ein schwarzer, breiter, dichter, schleimig schmeckender Same. Der Stengel ist glatt, nicht dick, dunkel, ähnlich dem des Kiborion. Die Wurzel ist schwarz, rauh, keulenähnlich, sie wird im Spätherbst abgeschnitten. Trocken dann mit Wein getrunken hilft sie bei Magenschmerz, Dysenterie und verkleinert die Milz. Ferner wird die Wurzel als Umschlag bei Magen und Blasenleiden angewandt, mit Wasser bringt sie weiße Flecken zum Verschwinden, die Fuchskrankheit heilt sie mit Pech aufgelegt. Weiter wird sie gegen Pollution getrunken, denn sie hebt dieselbe, bewirkt auch, wenn man sie einige Tage anhaltend trinkt, Schlaffheit des männlichen Gliedes. Dasselbe tut der Genuß des Samens. Die Nymphaia scheint ihren Namen davon zu haben, daß sie einen wässerigen Standort liebt; sie findet sich aber häufig in Elis im Flusse Anigron und bei Haliartia in Böotien."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)