"Santalum album
"Das weiße Sandelholz ist schwer, von weißer Farbe und völlig geruch- und geschmacklos.
Das gelbe Sandelholz unterscheidet sich von dem weißen durch die Farbe, die aus dem blassgelben
bis in das dunkelgelbe bey ihm vorkommt, wobey es auch wohl roth - geadert erscheint, ferner
durch einen starken rosenartigen Geruch, der, wenn es gerieben wird, hervortritt, und durch
einen aromatisch bittern Geschmack, der mit einer angenehmen Schärfe verbunden ist.
Das weiße Sandelholz ohne Geschmack und Geruch lässt gar keine Heilkräfte in sich vermuthen;
das gelbe gehört zu den ätherisch - öhligen Mitteln, es kann aber bey der großen Anzahl
aromatischer und excitirender Mittel, die in einer geringem Menge gleiche Kräfte besitzen, sehr
gern entbehrt werden."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zehnter Band. 1827)
"Santalum myrtifolium (Santalum album)
"...Erwägt man nun, dass beide Arten, nach den hier angeführten Unterscheidungszeichen, sich
einander sehr nahe stehen, so dass man sie beynahe nur als Varietäten betrachten kann, die ihr
Daseyn vielleicht nur der Verschiedenheit des Standortes zu verdanken haben könnten; und dass
von dem Santalum album nur der Kern der dickem Stämme das gelbe Sandelholz giebt, während man
von dem Splinte derselben, so wie von den jungen und dünnen Stämmen, nur das weniger im
Werthe stehende weiße Sandelholz erhält: so ist es sehr wahrscheinlich, dass auch von dem Santalum
myrtifolium, dessen Stamm niemals sehr dick wird, das weiße Sandelholz genommen werde
;
und dass — es mögen sich nun beide Gewächse wirklich als Arten oder nur als Varietäten unterscheiden
— die auf Java vorkommenden Bäume nicht, wie Rumph meint, zu Santalum album,
sondern zu Santalum myrtifolium gehören."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zehnter Band. 1827)