"Digitalis lanata und Lanataglykoside: Digitalis lanata ist eine in Südosteuropa beheimatete, zweijährige Staude und wird zur Drogengewinnung in zahlreichen Ländern (Niederlande, Italien, Nordafrika, USA) kultiviert. Verwendet werden die im Herbst geernteten, getrockneten Blätter des ersten Kulturjahres (Rosettenblätter). Die Droge ist fast geruchlos und schmeckt stark bitter. Inhaltsstoffe sind an die 60 Cardenolidglykoside mit einem Gesamtgehalt von 0,5-1.5%, wobei die Lanatoside von besonderem Interesse sind. Sie dienen als Ausgangsmaterial zur Gewinnung von Digoxin und Digitoxin.
Die Droge selbst wird so gut wie nicht mehr angewandt; entsprechende Galenika sind obsolet."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)

"Digitoxin: Digitalis lanata-Blätter sind industriell eine wichtige Quelle zur Gewinnung von Digitoxin. Die als Arzneistoffe dienenden Digitoxin-Präparate sind in der Regel nicht 100%ig rein. Sie enthalten Begleitglykoside, wobei die Pharmakopöen einen unterschiedlichen Spielraum zulassen. Die "Verunreinigungen" können akzeptiert werden, da die Lösungsgeschwindikeit verbessert wird. Zum Lösen von 1g Digitoxin bei 20°C benötigt man 40 ml Chloroform, oder 60 ml Ethanol, oder 77 Liter Wasser."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)