Wolfsmilch, Euphorbia, weltweit in den Subtropen und warm-gemäßigten Gebieten sowie im tropischen Afrika beheimatete Gattung der Wolfsmilchgewächse mit ca. 2000 Arten. Milchsaft produzierende einjährige Kräuter, Stauden, Sträucher oder Bäume, deren Erscheinungsform eine große Mannigfaltigkeit aufweist. Charakteristisch sind die von mehreren stark reduzierten, monözischen Blüten gebildeten, einzelblütenähnlichen, von Hochblättern umgebenen und mit Nektarien ausgestatteten Cyathien und die in 3 Teilfrüchte zerfallenden Spaltfrüchte. Bei den mehr als 20 in Mitteleuropa vorkommenden Vertretern der Gattung handelt es sich um krautige Pflanzen mit einfachen Blättern und in Trugdolden angeordneten Cyathien.
Bekannte Arten sind: Die in Gartenunkrautgesellschaften anzutreffende Garten-Wolfsmilch (Euphorbia peplus), ein einjähriges Kraut mit gestielten, eiförmigen Blättern, kahnförmig gewölbten Hochblättern und einer lockeren, 3–5strahligen Trugdolde (Teilfrüchte mit Flügelleisten); die vor allem in Getreideäckern, selten auch in Brachen wachsende Kleine Wolfsmilch (Euphorbia exigua), eine einjährige, bis 20 cm hohe Pflanze mit linealen (Hoch-)Blättern und glatten Teilfrüchten;
die Kreuzblättrige Wolfsmilch (Euphorbia lathyris; östliches Mittelmeergebiet), eine aufrechte, bis 100 cm hohe, zweijährige Pflanze mit kreuzweise gegenständigen, länglich-lanzettlichen, graugrünen Blättern und Früchten, die ihre Samen mittels eines Schleudermechanismus verteilen (gelegentlich in Gärten wachsend und verwildernd; „Mäusebaum“ genannt, da sie Wühlmäuse vertreiben soll);
die in krautreichen Laubwäldern anzutreffende Mandelblättrige Wolfsmilch (Euphorbia amygdaloides), eine wintergrüne Staude mit verkehrt-eiförmig-länglichen Blättern an verholzenden Stengeln und schüsselförmig verwachsenen Hochblättern;
die als Kulturbegleiter in Weinbergen, Äckern und Gärten mit nährstoffreichen Böden wachsende Sonnenwend-Wolfsmilch (Euphorbia helioscopia) mit vorne fein gezähnten, verkehrt-eiförmigen Blättern sowie die bis 50 cm hohe, in Magerrasen und an Böschungen anzutreffende Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias) mit dicht stehenden, bläulich-grünen, schmal-linealen Blättern und zuerst gelben, dann roten Hüllblättern; sie ist Zwischenwirt des Erbsenrostes Uromyces pisi-sativi.
Viele Arten der Wolfsmilch werden als Garten- oder Zimmerpflanzen kultiviert.
Der in den langgestreckten Milchzellen der Wolfsmilch gebildete Milchsaft weist u.a. stäbchen- oder knochenförmige Stärkekörner auf und kann durch die in ihm enthaltenen, hautreizenden Diterpenester (vor allem Derivate des Ingenols) auf der Haut oder auf Schleimhäuten entzündliche Reaktionen hervorrufen; innerlich verabreicht, vermag er schwere Vergiftungserscheinungen (Gastroenteritis, Krämpfe, Herzrhythmus- und Bewußtseinsstörungen sowie Kreislaufkollaps) zu verursachen. Zahlreiche Arten der Gattung werden regional als Heilpflanzen genutzt.