"Fast durch ganz Europa ist die Cypressen - Wolfsmilch
Euphorbia Cyparissias L. eine gemeine
Pflanze, die in Hinsicht ihrer Wirkung mit den andern
Arten übereinkommt. In den hippokratischen Schriften
wird das Pulver derselben zum Einstreuen in Geschwüre
angerathen
An einem Orte wird der Saft der großen
Wolfsmilch nebst einem kupferhaltigen Mittel auf
Baumwolle in die Mastdarmfistel zu bringen , vorgeschrieben , wo vielleicht die große baumartige Euphorhie,
Euphorbia dendroides L. die in Griechenland
einheimisch ist, verstanden werden wollte.
Ob die Pflanze, welche in einer hippokratischen
Schrift genannt wird , wie Einige wollen auch
zu den Euphorbien zu rechnen ist, muss ich dahin gestellt
seyn lassen."
(J.H.Dierbach: Die Arzneimittel des Hippokrates, 1824)
"Ueberall in Gärten und Weinbergen, sagt Dioscorides,
wächst ein kleines aber vielfach nützliches Kraut,
das man zur Erntezeit sammelt und im Schatten trocknet,
sein Blatt ist klein wie das der Raute, nur breiter,
der Same ist rund und kleiner wie der des weissen
Mohns. Einmüthig beziehen die Väter der Botanik
diese Pflanze auf eine gemeine überall bei uns in Gärtcn und Weinbergen wachsende Wolfsmilch- Art, die
Linne Euphorbia Peplus genannt hat. Dieser sehr
ähnlich ist Euphorbia falcata, die auf gleichem
Standorte, nur seltner in Teutschland vorkommt, in
Griechenland aber sehr gemein ist.
Hippokrates nennt die Pflanze den runden Peplos,
der auch Mekonion heiße , und empfiehlt sie gegen die
Wassersucht , theils in einem Tranke , theils wurde die
Pflanze mit etwas Wasser zerrieben und mit hinzugemischtem
Mehl nebst Honig in eine Paste geknetet, die
man den Wassersüchtigen essen und einen leichten süssen
Wein oder Honigwasser nachtrinken ließ. Bei
Brustkrankheiten brauchte man sie ebenfalls , sie
diente gleich den andern Euphorbien als Purgirmittel. Aeußerlich diente sie zu Mutterklistiren und als zertheilendes Mittel."
(J.H.Dierbach: Die Arzneimittel des Hippokrates, 1824)