"Cypressen-Wolfsmilch
Wächst in ganz Deutschland, in Böhmen, in der Schweiz und in Frankreich an Wegen, auf Hügeln und an trocknen Orten.
Blühet vom May bis in den Julius.
Die Wurzeln und die Rinde derselben sind von der Euphorbia Cyparissias ebenfalls unter den Nahmen Radices Esulae s. Esulae minoris und Cortices radicum Esulae gesammelt worden."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zweyter Band. 1809.)
"Gemeine Wolfsmilch, Teufelsmilch, Eselsmilch, Eselskraut.
Wächst fast in ganz Deutschland, in den Niederlanden, in Frankreich, in der Schweiz und in Crain an Wegen, auf Rainen und auf Hügeln.
Blühet vom May bis in den August.
Von diewer Wolfsmilchart wurden die Wurzeln unter dem Nahmen Radices Esulae s. Esulae minoris s. Tithymali gesammelt, wenn nicht von dem Landesdispensatorium die Art Euphorbia Cyparissias dazu vorgeschrieben war. Auch die Corticea radicum Esulae sind hin und wieder von ihr genommen worden.
Wenn dieses Gewächs von den Ziegen genommen wird, so soll es der Milch derselben eine abführende Kraft mittheilen."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zweyter Band. 1809.)
"Sonnenzeiger-Wolfsmilch, sonnenwendige Wolfsmilch, Gartenwolfsmilch, Hundsmilch.
Wächst in ganz Deutschland, so wie in den übrigen Ländern Europens, auf Aeckern und in Gärten.
Blühet vom Junius bis in den September.
In ältern Zeiten wurden - so wie es auch noch jetzt an einigen Orten der Fall ist - die Wurzeln, die Rinde derselben und das Kraut der Wolfsmilch unter den Nahmen Radices, Cortex radicum et Herba Esulae s. Tithymali aufbewahrt, und zwar sind diese Theile, nach Verschiedenheit der Landesdispensatorien, auch von verschiedenen Wolfsmilcharten gesammelt worden. Die Arten, welche hierzu vorgeschrieben werden, sind: Euphorbia helioscopia, E. esula, E. cyparissias und E. palustris. Die Euphorbia helioscopia scheint indessen vorzüglich zum Einsammeln der Krautes benutzt geworden zu seyn, obgleich auch, nach Hagen, die Rinde der Wurzel von ihr genommen werden soll.
Die mehresten der in Deutschland wildwachsenden Wolfsmilcharten kommen in Rücksicht ihrer Wirkung mit einander überein, und können daher eine für die andere genommen werden; aber die große Schärfe, die sie enthalten, macht sie zu sehr unsichern und höchst drastischen Mitteln, deren äußerer und innerer Gebrauch durch andre, sichere Mittel völlig ersetzt werden kann.
Wenn dieses Gewächs von den Kühen, Ziegen oder Schafen genossen wird, so soll das Fleisch dieser Thiere übelschmeckend werden, so wie auch die Schafe die Ruhr davon bekommen sollen."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zweyter Band. 1809.)
"Sumpf-Wolfsmilch, große Wolfsmilch.
Wächst in mehreren Provinzen Deutschlands, so wie auch im südlichen Theile von Schweden und in den Niederlanden, auf sumpfigen Orten und auf feuchten Wiesen.
Blühet im May und Junius.
Von der Euphorbia palustris wurden die Wurzeln unter dem Nahmen Radices Esulae majoris, so wie auch die Rinde derselben und das Kraut, Cortex radicum et Herba Esulae, gesammelt.
Da mehrere Pflanzen, die einen weißen Milchsaft enthalten (z.B. mehrere Arten der Gattung Ficus und selbst einige Arten der Gattung Euphorbia), Cautchouk liefern: so wäre es wohl der Mühe werth, an Orten, wo die Euphorbia palustris häufig wächst, Versuche in dieser Rücksicht anzustellen. Der Saft würde sich von ihr ohne sonderliche Schwierigkeiten sammeln lassen; und so könnte es möglich werden, daß man künftig in Deutschland so viel Cautchouk gewönne, wie man verbraucht."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zweyter Band. 1809.)