"Alle Ranunkel-Arten zeichnen sich durch ihre mehr
oder minder bemerkbare Schärfe aus, wie schon Dioscorides
sehr richtig bemerkt hat, daher er auch, ob
er gleich vier Arten kennt und beschreibt, keiner derselben,
die weit größere Schärfe einer Art abgerechnet,
besondere Eigenschaften zuschreibt, sondern vielmehr
sie alle gleichförmig anwendet. Diese vier Arten
sind nach Sibthorps und Sprengeis Angabe folgende.
1) Ranunculus asiaticus L. der auf den Inseln
des Archipelagus , auf Cypern u. s. w. wächst. 2) Ranunculus lanuginosus. L. den Sibtborp im Peloponnes
fand, welchen ich aber nicht für die Pflanze
des Dioscorides halte. Wenn man den
haarigen Ueberzug abrechnet, so möchte R. lanuginosus
den angegebenen Eigenschaften wenig entsprechen;
Dioscorides will sehr eingeschnittene Blätter, aber B.
lanuginosus hat nur foliorum lobi subincisi ; dass er vor
andern scharf sey ist nicht bekannt, und seine Blätter
haben gar heine Aehnlichkeit mit Apium, worauf der
Beiname Apium silvestre deutet. Meiner Meinung nach
passt darauf eher der mit R. bulbosus äußerst nahe
verwandte R. Philonotis Retz, R. sardous Cranz.
Dazu hommt noch , dass diese Pflanze in der
That äußerst scharf ist. Man vergleiche was Gmelin,
der die Pflanze als R. hirsutus beschreibt, davon sagt.
3) R. muricatus L. 4) R. aquatilis L.
Außer diesen wachsen aber noch viele andere Arten in Griechenland.
Sprengel bemerkt der in den bippokratischen
Schriften vorkommende Ranunkel gehöre zu
R. creticus u. R. grandiflorus; es sind mir aber die
Gründe zu dieser Annahme unbekannt, ich glaube vielmehr,
dass es völlig unmöglich ist, mit Gewissheit zu
sagen , welchen Ranunkel die Hippokratiker anwendeten.
Sie gebrauchten aber von ihrem Ranunkel die
Blätter und Blumen so viel als eine äginensische Statere
wiegt, mit Wein bei Schmerzen im Uterus, besonders wo Krebs vermuthet wurde , ferner mit
Elaterium in Essig um den todten Foetus abzutreiben."
(J.H.Dierbach: Die Arzneimittel des Hippokrates, 1824)