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"[III.52. - Möhre] - Daucus carota var. silvestris (Umbelliferae) - Gemeine Möhre
Der wilde Staphylinos [Einige nennen ihn Keraskome, die Römer Carota, auch Pastinaca, die Ägypter Babibyru, die Afrikaner Sicha] hat dem Gingidion ähnliche Blätter, aber breiter und etwas bitter, einen aufrechten, rauhen Stengel, dieser trägt eine Dolde wie der Dill, an der weiße Blüten, in der Mitte aber ein purpurfarbenes, pilzähnliches [und gleichsam safranfarbiges] Gebilde sich befinden. Die Wurzel ist fingerdick, eine Spanne lang, wohlriechend, gekocht wird sie gegessen. Der Same desselben getrunken oder im Zäpfchen eingelegt befördert die Menstruation; er ist im Trank auch ein gutes Mittel gegen Harnverhaltung, Wassersucht, Brustfellentzündung sowie gegen die Bisse und Stiche giftiger Tiere; man sagt nämlich, daß diejenigen, welche ihn vorher nehmen, von giftigen Tieren nicht angegriffen werden. Ferner befördert er die Empfängnis. Die Wurzel aber, welche selbst harntreibend ist, reizt sowohl zum Beischlaf, als auch wirft sie, im Zäpfchen eingelegt, den Embryo hinaus. Die fein gestoßenen Blätter, mit Honig aufgestrichen, reinigen krebsige Geschwüre. Der gebaute Staphylinos ist besser zum Essen und leistet auch dasselbe, ist aber von geringerer Wirkung."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)

"[V.70. - Möhrenwein]
6 Drachmen der grob gestossenen Wurzel behandle in gleicher Weise mit 1 Krug Most und fülle den Wein ab. Er wirkt gut bei Brust-, Unterleibsund Gebärmutterleiden, befördert die Menstruation, das Aufstossen und den Harn; auch ist er ein gutes Mittel bei Husten, Krämpfen und inneren Rupturen."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)

"[II.166. - Gingidion] - Daucus gingidium (Umbelliferae)
Das Gingidion, Einige nennen es Lepidion [die Römer Bisacutum, die Ägypter Dorysastru, die Syrer Adorio, die Afrikaner Trikta], wächst als kleine Pflanze in großer Menge in Kilikien und Syrien und gleicht der wilden Möhre, ist aber zarter und stärker belaubt. Die kleine Wurzel ist weißlich, etwas bitter. Es wird roh und gekocht als Gemüse gebraucht, auch eingemacht gegessen. Es ist gut für den Magen, treibt den Harn und die Abkochung davon ist der Blase zuträglich."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)