"Lilia quo versu candentia, carmine quove
Jeiunae macies satis efferat arida Musae!
Quorum candor habet nivei simulachra nitoris,
Dulcis odor silvas imitatur flore Sabaeas.
Non parius candore lapis, non nardus odore
Lilia nostra premit, nec non, si perfidus anguis
Ingenitis collecta dolis serit ore venena,
Pestifero caccum per vulnus ad intima mortem
Corde feram mittens, pistillo Lilia praestat
Commacerare gravi , succosque haurire Falerno.
Si quod contusum est summo liventis in ore
Ponatur punctim, tum iam dinosccre vires
Magnificas huiusce datur medicaminis ultro.
Haec etiam luxis prodest contusio membris."
(Walahfried Strabo: Liber de Cultura Hortorum von 827)
"Leuchtende Lilien, wie soll im Vers und wie soll im Liede
Würdig euch preisen die dürftige Kunst meiner nüchternen Muse?
Euer schimmerndes Weiß ist Widerschein schneeigen Glanzes,
Holder Geruch der Blüte gemahnt an die Wälder von Saba.
Nicht übertrifft an Weiße der parische Marmor die Lilien,
Nicht an Düften die Narde. Und wenn die tückische Schlange
Listiger Art gesammeltes Gift aus verderblichem Munde
Spritzt und grausamen Tod durch kaum erkennbare Wunde
Sendet ins innerste Herz, dann zerreibe Lilien im Mörser,
Trinke den Saft, dies erweist sich als nützlich, mit schwerem Falerner.
Oder bei Quetschungen lege man sie auf die bläuliche Stelle,
Alsbald wird man auch hier zu erkennen vermögen die Kräfte,
Die diesem heilenden Stoffe gegeben sind, Wunder bewirkend.
Schließlich ist Liliensaft auch gut bei Verrenkung der Glieder."
(Walahfried Strabo: Liber de Cultura Hortorum von 827)