"Acker - Scabiose, gemeine Scabiose, Apostemkraut, Schwärkraut, Knopfkraut, Grindkraut,
Gliederlänge, Oderlänge, blaue Kornrose, Nonnenkleppel, Wittwenblume.
Wächst in ganz Deutschland, so wie auch in den übrigen Ländern Europens an Wegen, unter
den Saaten und auf Wiesen.
Blühet im Julius und August.
Von der Scabiosa arvensis kennt man Kraut und Blumen, Herba e Flores Scabiosae
als Arzneymittel, wenn sie gleich jetzt — besonders die letzten — wenig oder gar nicht mehr im
Gebrauch sind. Allenfalls sammelt man noch das Kraut für die Nachfrage des Landmannes.
Der Geschmack der ganzen Pflanze ist etwas bitter und auch etwas zusammenziehend, wodurch
sich bey ihr auf bittern Extractivstoff und auf Gerbestoff als vorwallende Bestandteile schließen
lässt. Ehedem glaubte man, sie reinige das Blut, löse gelinde auf, reinige die Geschwüre und
befördere die Heilung derselben; aber, da man sie stets mit andern Mitteln verbunden angewendet
hat, so kann man über diese vermeinte Wirkungen nicht urtheilen. Rivin rechnete sie zu den besten Mitteln, welche den Auswurf aus den Lungen befördern,
worin auch Boehrhaave mit übereinstimmt, der in dieser Absicht
den Absud derselben mit Honig empfiehlt, so wie er sie auch mit
zu den eröffnenden und reinigenden Mitteln bey Lungengeschwüren zählt. Ihr Nähme sagt überdies
schon, dass man ihr auch Heilkräfte bey der Krätze zutraute. Jedoch nicht bloß bey dieser
Krankheit, sondern auch beym Aussatze gebrauchte man den ausgespressten Saft des Krautes, dessen
man sich auch äußerlich beym ausgeschlagenen Kopfe bediente."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Fünfter Band. 1855.)