" Drimys winteri
"Der Cortex Winteranus ist beym ersten Blick dem Cortex Canellae albae ähnlich, unterscheidet sich aber
dadurch, dass er außerhalb glatt, nicht runzlich ; innerhalb braun, oft dem zimmtbraunen ähnlich, nicht weißlich
ist; und inwendig bey dicker Substanz im Bruche nach Außen eine dünne weißlich -blassgelbe , nach Innen
aber eine dickere braune Schicht zeigt. Von Geschmack ist er schärfer, brennender und dauernder, nicht aber
so gewürzhaft und bitter. Im Geruch hat er Ähnlichkeit mit dem Cortex Cascarillae. — Henry fand in dem Cortex Winteranus : Harz, flüchtiges Oel — welches nach Hagen auf dem Wasser
Schwimmt, nach einigen Monaten aber in talgartiger Form zu Boden sinkt —, Färbestoff, Gerbestoff essigsaures
Kali, salzsaures Kali, schwefelsaures Kali, sauerkleesauern Kalk und Eisenoxyd.
Als vorwaltende Bestandtheile kommen bey dem Cortex Winteranus ätherisches gewürzhaftes Oehl, Harz und
Gerbestoff in Betracht. Man bedient sich seiner, theils in Substanz, theils im weinigen Aufgusse, hauptsächlich
beym Scorbut und bey Fehlern der Verdauung, so wie auch zum Stärken der Eingeweide."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Neunter Band. 1825)