"Proximus Absinthi frutices locus crigit acris,
Herbarum matrem simulantes vimine lento.
Iu foliis color est alius ramisque odor alter
Puberibus, longeque saporis amarior haustus.
Ferventem domuisse sitim, depellere febres
Hoc solet auxilium clara virtute probatum.
Si tibi praeterea caput acri forte dolore
Pulsetur subito, vel si vertigo fatiget,
Huius opem rimare, coquens frondentis amaram
Absinthi silvam, tum iura lebete capaci
Effunde et capitis perfunde caenmina summi.
Quo postquam ablueris graciles humore capillos,
Devinctas frondes super imposuisse memento,
Tum mollis fotos constringat fascia erines,
Et post non multas elapsi temporis horas
Hoc inter reliquas eius mirabere vires."
(Walahfried Strabo: Liber de Cultura Hortorum von 827)

"Dicht daneben der Platz trägt die Stauden des bitteren Wermuts,
Duft ist ein anderer, und bittrer bei weitem schmeckt er zu trinken.
Brennenden Durst zu bezwingen und Fieberglut zu vertreiben,
Diese Wirkung durch rühmliche Kraft kennt man lang aus Erfahrung.
Auch wenn plötzlich vielleicht der Kopf dir hämmert in scharfem
Stechendem Schmerz oder quälender Schwindel erschöpfend dich heimsucht,
Wende an ihn dich um Hilfe und koche des laubigen Wermuts
Bitteres Grün; dann gieße den Saft aus geräumigem Becken
Und überspüle damit den höchsten Scheitel des Hauptes.
Hast du mit dieser Brühe die feinen Haare gewaschen,
Lege dir auf, daran zu denken, zusammengebundene Blätter,
Und eine mollige Binde umschlinge das Haar nach dem Bade.
Ehe noch zahlreiche Stunden im Laufe der Zeiten verrinnen,
Wirst du dies Mittel bewundern nebst all seinen anderen Kräften."
(Walahfried Strabo: Liber de Cultura Hortorum von 827)