"Ruta hortensis. Nicht allein das Kraut und die Wurzel unserer Gartenraute (Ruta graveolens L.), haben, wie schon anderswo gesagt worden besondere spezifische Heilkräfte, sondern auch der Same. "Kraut und Same" — sagt Woyt — "treiben den Harn, die Menses und Geburt, dienen dem Haupt, den Nerven und den Augen, widerstehen dem Gift und Scharbock, sind gut wider den Schlag, die Schlafsucht und hinfallende Seuche, heilen die blöden, triefenden Augen; daher der alte Vers:
Nobilis est Ruta, quia lumina reddit acuta,
Auxilia Rutae, Vir lippe videbis acute."
Ein zu anhaltender innerlicher Gebrauch der Raute soll, nach Woyt, den Schwangeren schaden und sie unfruchtbar machen."
(Georg Friedrich Most: Enzyklopädie der Volksmedizin von 1843)

"Herba Rutae. Das Kraut der Raute (Ruta graveolens L.) ist, auf Butterbrot zerschnitten verspeist, in manchen Gegenden von Deutschland, der Schweiz und Frankreich ein Hausmittel gegen Magenkrampf und Verdauungschwäche, gegen Menstruatio retenta und suppressa, selbst gegen Hysterie. Der in der Apotheke käufliche Rautenessig (Acetum Rutae) ist gleichfalls sehr wirksam. Eine Abkochung von vier Lot der Rautenwurzel (Radix Rutae) mit ein Maß Wasser bis zur Hälfte eingekocht und in 24 Stunden verbraucht, ist ein beliebtes Abortivmittel in Böhmen. — Tabernomontanus lobt das Kraut der Raute, mit Wein infundiert, gegen Leberfehler, Nierenstein, Schweratmen, chronischen Husten, Flatulenz und Magenkrampf."
(Georg Friedrich Most: Enzyklopädie der Volksmedizin von 1843)