Synonyme: Ruta hortensis;
Edelraute, Gartenraute, Kreuzraute, Totenkräutel, Weinkraut

Historisches: Die Weinraute war bereits im Altertum bekannt und wurde u.a. auch von Dioskurides beschrieben. Im Capitulare de villis Karls des Großen wird sie als Ruta aufgeführt. Im 16., 17. und 18. Jh. war sie stetiger Bestandteil der Haus- und Kräutergärten, zumal sie auch als wirksames Mittel gegen die Pest gehalten wurde. Der lateinische Gattungsname fand zuerst bei Cicero Erwähnung. Der Artname graveolens (lat., stark duftend) weist auf den kräftigen Geruch der Pflanze hin. Der dt. Name Raute ist dem lateinischen Ruta entnommen. Die Pflanze war bereits den griechischen und römischen Ärzten der Antike bekannt. Die Droge galt bes. als Mittel gegen pflanzliche und tierische Gifte. Nach Plinius soll Mithridates von Pontos die Heilkräfte der Pflanze erkannt und bekannt gemacht haben. Das nach ihm benannte Gegengift "Mithridat" enthielt 54 Bestandteile, darunter auch Raute.

Drogen: 1. Rutae aetheroleum (syn. Oleum Rutae); Rautenöl, das durch Wasserdampfdestillation aus den krautigen, oberirdischen Teilen gewonnene Öl.
Inhaltstoffe: s. Rutae herba.
2. Rutae herba (Folia Rutae, Herba Rutae, Herba Rutae graveolentis, Herba Rutae vulgaris); Rautenkraut (syn. Edelrautenblätter, Gartenrautenblätter, Rautenblätter, Weinrautenkraut), die während der Blüte gesammelten krautigen Teile.
Inhaltstoffe: Alkaloide verschiedener Strukturtypen, u.a. Chinolin-, Furochinolin und Alkaloide vom Acridontyp (z.B. Rutacridon) vgl. Formel, äther. Öl, u.a. mit mittelkettigen Ketonen, z.B. 2-Nonanon (Hauptkomponente) und 2-Undecanon, Flavonoide, u.a. Rutosid (Rutin), Cumarine sowie Furano- und Pyranocumarine.