"Gemeine Raute, Gartenraute, Weinraute, Raute.
Wächst im südlichen Europa, in Alexandrien und Mauritanien an unfruchtbaren Orten.
Blühet im Junius und Julius bey uns in den Gärten.
Von der Ruta graveolens sind Kraut und Samen, Herba et Semen Rutae, in den Arzneyschatz aufgenommen worden.
Auch hatte man sonst davon Essig, destillirtes Wasser und ätherisches Öhl, Acetum,
Aqua destillata et Oleum aethereum Rutae.
Dieses Gewächs ist im frischen Zustande von starkem, widrigem Gerüche und von bitterlichem,
etwas unangenehmen Geschmacke. Es gehört zu den ätherisch-öhligen Mitteln, und wird besonders
bey hysterischen und solchen Nervenzufällen, die von zu großer Empfindlichkeit herrühren,
gerühmt. Das ätherische Öhl, von dem größtentheils die Wirkung des Krautes abzuleiten ist,
wird in ähnlichen Fällen angewendet."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Sechster Band. 1855.)