Synonyme: Salix monandra, S. pratensis;
Steinweide
Historisches: Weidenrinde fand bereits bei Dioskurides als Droge Erwähnung und die Kräuterbücher der 16. und 17. Jh. empfehlen sie als Fiebermittel sowie unter anderem für Fußbäder. Sie wurde schließlich als Europäische Fieberrinde bezeichnet und galt als Ersatz für die aus Übersee eingeführte Chinarinde (Cinchona-Arten). Der Gattungsname Salix entspricht dem Namen der Weide bei den Römern. Das deutsche Wort Weide leitet sich vom althochdeutschen wida bzw. mittelhochdeutschen wide ab. Es ist zudem urverwandt mit dem griechischen itea (Weide) und dem lateinischen vitis (Rebe, Ranke) bzw. vimen (Rute, Weidengerte). Die Anwendung der Weide als Heilpflanze geht bis ins Altertum zurück. So berichtet beispielsweise Dioskurides über die guten adstringierenden Eigenschaften der Früchte, Blätter, Rinde und des Saftes der Weide.
Drogen: 1. Salicis cortex (syn. Cortex Salicis, Salix-purpurea-Rinde); Weidenrinde, die im Frühjahr gesammelte, ganze, geschnittene oder gepulverte, getrocknete Rinde junger Zweige.
Inhaltstoffe: Phenolglykoside mit 4-8 % Gesamtsalicingehalt, darunter Salicortin als wichtigster Salicinester. Außerdem Flavonoide mit dem Chalkon Isosalipurposid (ca. 0,6 %) sowie Naringin-5-glucosid, Naringin-7-glucosid und Eriodyctiol-7-glucosid, ferner (+)-Catechin (ca. 1 %) und Procyanidine (ca. 0,5 %).
2. Salicis folium (syn. Folium Salicis, Salix-purpurea-Blätter); Weidenblätter, die getrockneten Blätter.
Inhaltstoffe: Phenolglykoside (Gesamtsalicingehalt ca. 6 %) mit bis zu 6 % Salicortin und Tremulacin. Außerdem Flavonoide, u.a. Eriodictyol-7-glucosid (ca. 4 %) sowie Naringin- und Luteolin-7-glucosid. Ferner Procyanidine (ca. 3 %).