Cichorium s [von griech. kichōrion = Zichorie, Endivie], Wegwarte, hauptsächlich im Mittelmeergebiet beheimatete Gattung der Korbblütler mit ca. 9 Arten. Ein- bis mehrjährige, Milchsaft führende, krautige Pflanzen mit schrotsägeförmigen Laubblättern und kurz gestielten, 3–5 cm breiten, von einer walzenförmigen Hülle umgebenen Blütenköpfen mit meist hellblauen (selten rosa oder weißen) Zungenblüten.
Die über ganz Europa bis nach Nordafrika und Asien verbreitete, heute auch in Ostasien, Amerika, Südafrika und auf Neuseeland eingebürgerte Gemeine Wegwarte, Cichorium intybus, ist eine ausdauernde, sparrig-ästige, bis 2 m hohe Pflanze mit walzig-spindelförmiger Wurzel. Sie wächst vereinzelt oder truppweise in lückigen Unkrautgesellschaften, an Wegrändern, Hecken und Mauern sowie auf Schuttstellen und blüht von Juli bis September; bereits im Altertum als Gemüse-, Salat- und Heilpflanze (z. B. gegen Augenkrankheiten und Magenleiden) sowie als Zutat zu Zaubertränken angewendet.
Die Wildform der Wegwarte (Cichorium intybus var. intybus) hat verschiedene Kulturformen hervorgebracht. Die Wurzelzichorie (Cichorium intybus var. sativum) mit langer, rübenartiger Pfahlwurzel wird seit Beginn des 18. Jahrhunderts in Europa kultiviert. Insbesondere während des 19.Jahrhunderts diente sie geröstet und gemahlen als Kaffee-Ersatz (Zichorienkaffee) oder Kaffeezusatz. Eine bestimmte Sorte der Wurzelzichorie, der rotblättrige Radicchio, wird auch roh als Salat gegessen. Ebenfalls als Salat, aber auch als Gemüse, wird die Salatzichorie oder der Chicorée (Cichorium intybus var. foliosum) geschätzt.