"Gemeine Cichorie, Feldcichorie, wilde Wegwarten, Feldwegwarten, Wegeleuchte, Wegeweiß, Wegelungen, Wasserwart, Hundläufte, Hindläufte, Sonnenwende, Sonnenwedel, Feldsonnenwirbel, Sonnenkraut, verfluchte Jungfer.
Wächst in ganz Deutschland, so wie in den übrigen Ländern Europens auf Rainen und an Wegen.
Blühet vom Junius bis in den September.
Von dem Cichorium Intybus werden die Wurzeln und das Kraut, Radices et Herba Cichorii, gesammelt, so wie man auch sonst, in ältern Zeiten, die Blumen und den Samen, Flores et Semen Cichorii, aufbewahrte, wovon letzterer mit zu den vier kleinen kühlenden Samen, Semina quatuor frigida minora, genommen wurde.
Im frischen Zustande enthält das ganze Gewächs einen weißen Milchsaft, und schmeckt sehr bitter. In Rücksicht seiner Heilkräfte kommt es mit dem Leontodon Taraxacum überein; wenigstens kann es durch dieses ersetzt werden.
Nur die wildwachsende Pflanze muß als Arzneymittel angewendet werden; denn die in Gärten oder auf Feldern gebauete ist bey weitem nicht so bitter, und enthält viel mehr Schleim. Im Magdebur'schen und Braunschweig'schen wird sie in sehr beträchtlicher Menge gebauet und zu dem sogenannten Cichorienkaffee benutzt, zu dessen Bereitung dort mehrere sehr ansehnliche Fabriken errichtet sind."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zweyter Band. 1809.)