"Eupatorium cannabinum, Wasserdost. Den Saft und Tee dieser Pflanze gebrauchen die holländischen Torfgräber, wie Osiander angibt, gegen den Scharbock; doch ist Löffelkraut, Brunnenkresse und Zitronensaft, selbst Spilanthus oleracea — ein Bestandteil der famosen Paragua-Zahntropfen — gegen scorbutische Beschwerden vorzuziehen."
(Georg Friedrich Most: Enzyklopädie der Volksmedizin von 1843)

"Wasserdost.
Wir kompletieren hier, was wir unter dem Artikel Eupatorium cannabinum mitzuteilen vergessen. Das Kraut und die Wurzel dieser bei uns viel am Rande von Gräben und sonst nassen Orten wachsenden Pflanze, erregen in großen Dosen Erbrechen und Purgieren. Man hat das Mittel zu den obsoleten gezählt, auch verschreibt es wohl selten ein Arzt unserer Zeit; dennoch ist es von älteren Ärzten oft in Anwendung gegen chronische Hautausschläge, verstopfte Menses, gegen Torpidität und Anschwellung der Leber und Milz, gegen torpide Wassersucht und bösartige Geschwüre gebraucht und wirksam gefunden worden. Beim Landmann ist das Kraut nebst den Blumen — die Pflanze blüht im Juli und August — besonders als ein auf die Monatsperiode wirkendes Mittel bekannt, zumal bei reizlosen, blassen, an wassersüchtigen Anschwellungen der Füße leidenden Frauenzimmern, bei denen die Regeln in Unordnung, völlig zurückgehalten oder unterdrückt sind. Man nimmt vom Kraut und den Blumen zwei Quäntchen, Beifußkraut, ein Lot Süßholz, ein halbes Lot, gießt darauf ein halbes Maß kochendes Wasser, und trinkt täglich eine solche Portion kalt aus."
(Georg Friedrich Most: Enzyklopädie der Volksmedizin von 1843)