Rumex aquaticus
"Der unter den Arzneigewächsen, besonders der Alten, bekannte Rumex Hydrolapathum theilt seinen
Ruhm und seine deutschen Namen noch mit einer andern nahe verwandten (und vielleicht noch dritten) Art,
mit welcher er wahrscheinlich immer promiscue gesammelt worden ist. Diese ist der von uns neben jener abgebildete
und schon bei Dodon. u. A, erkennbar dargestellte R. (aquaticus) valvulis integerrimis nudis, foliis cordatis
acutis Linn. ...
Als officinell sind beide hier dargestellte Ampferarten zu betrachten. Am meisten Ruhm erlangte die
Herba Britannien , deren Abstammung von R. Hydrolapathum Munting nachwies, so wie die Wurzel
von R. aquaticus , welche von Dodon. als Hippolapathum s. Rhabarbarum Monochorum zuerst eingeführt wurde und welche sich bis auf unsere Zeiten
in den Officinen erhalten hat.
Die Herba Britannien ... ist nach Munting das ehemals gegen
den Scharbock so berühmt gewesene und lange Zeit hernach unbekannt gebliebene Mittel der Alten und hat den Namen
nicht etwa von der großen Insel erhalten, sondern derselbige ist nach Munting aus dem Friesischen Brit
(festmachen), Tan (ein Zahn) und lea oder Hica (Auswertung) zusammengesetzt, das Wiederbefestigen loser Zähne
bezeichnend. Ganz ohne Grund ist dieses Mittel gewiss nicht so berühmt geworden, und man sollte gelegentlich bei
Versuchen es doch wieder berücksichtigen. Auch die Wurzel (welche im frischen und noch viel mehr im getrockneten
Zustande uns einen sehr bittern und etwas zusammenziehenden Geschmack zeigt und den Speichel bläulich
färbte) wurde als adstringirendes Mittel in Mundwässern bei scorbutischen Mundgeschwüren, so wie das getrocknete
Pulver zu Zahnpulvern in Schweden gebraucht. ..."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Dreizehnter Band, 1837)