"Knopfseifenbeerbaum, Sapindus Saponaria, L.
mit ungleich gefiederten Blättern und stachellosem Stamme, ein in Ost- und Westindien, besonders in Brasilien und Jamaika einheimischer, sehr hoher Baum, welcher Büschel weißer Blumen trägt.
Die galläpfelgroße Frucht (nuculae saponariae, sem. sapindi) besteht äußerlich aus einer dunkelfarbigen fleischichten, rindigrunzlichten Bedeckung, dem eigentlich arzneilichen Theile, welcher eine kugelrunde, in eine weiße beinharte Schale eingeschlossene, glänzend schwarze Nuß, mit einem weißen, ölichten Kerne darin, in sich schließt.
Der rindig fleischige Theil ist von höchst bitterm Geschmacke, größtentheils in Wasser und Weingeist auflösbar, und allen Thieren höchst zuwider. Er schäumt mit Wasser wie Seife, und dient in Indien statt des besten Bleichmittels der Leinwand. Man will in verspäteter Monatreinigung, in Bleichsucht, weißem Flusse und andern ödematösen Kachexien viel Wirkung davon gesehen haben, vorzüglich von der geistigen Tinktur und dem daraus eingedickten Extrakte. Vorsicht gehört zu seiner (noch unbestimmten, seltnen) Anwendung.
Der schwarzglänzenden Kerne bediente man sich ehedem zu Knöpfen auf Kleidern und zu Rosenkränzen.

" Bergraute, (Ruta montana)
eine Spielart der Gartenraute, (Ruta graveolens L. Var. γ)deren untere Blätter doppelt zusammengesetzt, die Blättchen aber gleichbreit sind; die obern Blätter sind fünf- und dreispaltig. Ueberhaupt ist sie kleiner, dunkelgrüner, und von stärkerm Geruche und Geschmacke als die Gartenraute. Sie scheint Vorzüge vor letzterer zu haben, und eine eigne Art zu seyn.
Bergraute, wird auch zuweilen der Harmel genannt (w.s.)."
(Samuel Hahnemann: Apothekerlexikon von 1795)