"[I.178. - Wallnüsse] - Juglans regia (Juglandaceae) - Welsche Nuss oder Wallnuss
Die Wallnüsse, welche Einige auch persische Nüsse nennen, sind genossen schwer zu verdauen, dem Magen schädlich, sie machen Galle, Kopfschmerzen und sind denen, die an Husten leiden, schädlich. Sie sind als Speise dazu dienlich, um bei dem Nüchternen Brechen zu erregen und sind Gegenmittel für tödliche Gifte, wenn sie vorher oder nachher mit Feigen und Raute genommen werden. Reichlich genossen treiben sie den Bandwurm aus. Mit etwas Honig und Raute werden sie als Um- schlag auf entzündete (schwärende) Brüste, auf Ablagerungen (Abszesse) und Verrenkungen gelegt. Mit Zwiebeln, Salz und Honig wirken sie beim Biss des Hundes und Menschen. Mit dem Schneckenhause gebrannt und auf den Nabel gelegt, lindern sie Leibschneiden, die gebrannte, in Wein und Öl zerriebene Schale bewirkt als Pomade bei Kindern schönes Haar und stärkt das nach der Fuchskrankheit ausfallende. Auch die Menstruation stellt der Kern, wenn er gebrannt, fein gerieben und mit Wein als Zäpfchen appliziert wird. Die Kerne alter Nüsse heilen Gangrän, Karbunkeln, Gaisaugen und Fuchskrankheit, wenn sie zerquetscht und als Kataplasma angewandt werden, in kurzer Zeit. Aus den gestoßenen und gepressten Nüssen wird auch ein Öl gewonnen. Die frischensind aber dem Magen weniger schädlich, da sie süßer sind; deshalb werden sie dem Knoblauch zugesetzt, um ihm die Schärfe zu nehmen. Als Umschlag beseitigen sie auch blutunterlaufene Stellen."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)
"[I.41 - Sesam- und Wallnussöl] - Sesamum orientale (Pedaliaceae) und Juglans regia (Juglandaceae)
Sie werden auf ähnliche Art wie die vorhergenannten [Mandelöl, Behenöl] dargestellt, indem das Sesamöl aus Sesamsamen, das Wallnussöl aus den Wallnüssen bereitet wird. Sie haben dieselbe Wirkung wie das Behenöl."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)