Synonyme: Machandel, Kranewitt
Historisches: Der Gattungsname soll sich aus dem lateinischen junior (der Jüngere) und pario (erscheine) ableiten, bezugnehmend darauf, daß die jüngeren Früchte bereits erscheinen, während die alten schwarzen noch am Strauch hängen; commnis = gewöhnlich. Der Name Wacholder geht auf das althochdeutsche "wechelder, wechalter" zurück und ist mit "lebensfrischer", d.h. immergrüner Strauch oder Baum übersetzbar. Während bei den antiken Schriftstellern der Gemeine Wacholder im Gegensatz zu anderen Juniperus-Arten keine Erwähnung fand, stand dieser bereits bei den Germanen in hohem Ansehen. Im Mittelalter galt er als Vorbeugungsmittel gegen Pest, zudem empfahlen ihn die Kräuterbücher des 16. und 17. Jh. als harntreibendes, verdauungsförderndes und magenstärkendes Mittel.
Drogen: 1. Juniperi aetheroleum (syn. Aetheroleum Juniperi, Oleum Iuniperi, Oleum Juniperi, Oleum Juniperi baccarum); Wacholderbeeröl (syn. Ätherisches Wacholderöl, Wacholderöl), das aus den reifen Beerenzapfen durch Wasserdampfdestillation gewonnene äther. Öl.
Inhaltstoffe: Hauptkomponenten sind Monoterpenkohlenwasserstoffe, bes. α- Pinen, β-Myrcen, Limonen und Sabinen. Geringere Anteile bestehen aus Sesquiterpenkohlenwasserstoffen und oxidierten Monoterpenen, insbes. Terpinen-4-ol.
2. Juniperi fructus (syn. Baccae Juniperi, Drupae Juniperi, Fructus Juniperi, Galbuli Juniperi, Iuniperi fructus, Pseudofructus iuniperi); Wacholderbeeren (syn. Kaddigbeeren), die reifen, getrockneten Beerenzapfen.
Inhaltstoffe: äther. Öl (0,8 bis 2 %, s. Juniperi aetheroleum), Gerbstoffe vom Catechintyp, Invertzucker (ca.30 %) und geringe Mengen an Flavonoiden.
3. Juniperi lignum (syn. Lignum Juniperi); Wacholderholz, das getrocknete Ast-, Stamm- und Wurzelholz.
Inhaltstoffe: äther. Öl (ca 0,1 %) mit Thujopsen als Hauptkomponente sowie Diterpene, u.a. Sugiol und Xanthoperol.