Veilchen s, Viola, hauptsächlich über die Gebirge Südamerikas und die nördliche gemäßigte Zone verbreitete Gattung der Veilchengewächse mit annähernd 500 Arten, die zum Teil in zahlreiche Unterarten gegliedert werden. Meist Stauden, seltener Halbsträucher mit in der Regel lang gestielten, oft herz- bis eiförmigen Blättern sowie zum Teil laubblattartigen Nebenblättern. Die nickenden, meist blattachselständigen, mehr oder weniger lang gestielten Blüten sind überwiegend blau bis violett oder gelb (weißlich) gefärbt und haben eine dorsiventrale Krone. Das unterste der 5 Kronblätter ist oft größer als die anderen und besitzt zudem einen sog. Honigsporn (Blütensporn), in den von den beiden unteren Staubblättern ausgehende Fortsätze Nektar absondern.
Der Weg hierhin wird nektarsuchenden Insekten durch auffällige violette oder schwarze Linien sowie gelbe oder weiße Saftmale (Blütenmale) gewiesen. Bisweilen kann bei Veilchenblüten auch Kleistogamie beobachtet werden, d.h., die Blüten bleiben geschlossen und bestäuben sich selbst. Die Frucht des Veilchens ist eine 3klappig aufspringende Kapsel mit zahlreichen rundlichen bis eiförmigen Samen, die oft mit einem Elaiosom ausgestattet sind (Myrmekochorie).
ZU den am häufigsten in Mitteleuropa zu findenden Veilchen-Arten gehört das dunkelviolett blühende, duftende Wohlriechende Veilchen oder Märzen-Veilchen, Viola odorata, in feuchtem Gebüsch, an Waldrändern und schattigen Wegrändern. Es enthält in allen Organen Saponine sowie, in unterschiedlichen Mengen, überwiegend aus Salicylsäuremethylester (Salicylsäure) bestehendes etherisches Öl. Das von der Parfüm-Industrie so begehrte Veilchenblütenöl (Parfümöle) erhält seinen charakteristischen Duft durch die heute auch synthetisch gewinnbaren, auch in Iriswurzeln enthaltenen Ketone α- und β-Iron (Irone) sowie α- und β-Jonon (Jonone). Ihretwegen werden besonders in Südfrankreich (bei Grasse) Veilchen in größerem Umfang angebaut.
Kandierte Veilchen dienen bisweilen zur Dekoration von Konfekt.