"Acacia tortilis (Vachellia tortilis)
"Die Acacia tortilis, die schon Forskäl unter dem Namen Mimosa tortilis aufführt, und a. a O. zwar kurz aber sehr treffend beschreibt, ist von den Schriftstellern bisher gar nicht beachtet worden , so wie sie auch von den meisten der neuern Reisenden übersehen, oder auch wohl für die Acacia Seyal gehalten worden ist, wie z. B. die fruchttragenden Exemplare unter diesem Namen in der von Sieber gelieferten Flora von Ägypten mit Vorkommen. Nur erst Ehrenberg und Hemprich, die sie wieder erkannten, fanden sie auch in mehreren Gegenden wieder auf, und zwar in der libyschen Wüste, so wie auch in den Wüsten von Nubien und Dongola. Die Beduinen, welche nach Ehrenberg’s Erfahrung, das Gummi von ihr sammeln, nennen sie Aolhe. Nach Forskäl soll sie von den Arabern Hares genannt werden, was aber von Ehrenberg widersprochen wird, nach dessen Erfahrung die Araber mit diesem Namen eine andre, nicht Gummi liefernde Acacie bezeichnen. ...
In pharmaceutischer Rücksicht dient das Gummi, um fette und ätherische Öhle, Balsame und Harze, Kampher und thierische Fette, ja sogar Quecksilber, wenn es als Schleim mit diesen Substanzen gerieben wird, mit Wasser mischbar zu machen. Auch kommt es als ein bedeutender Bestandteil mit zur weißen Reglise Pasta Althaeae, und zur braunen, Pasta Liquiritiae. Übrigens ist das Gummi sowohl Nahrungsmittel, als auch Arzneymittel. Die Ägyptier und Araber, die freilich gewohnt sind, sehr wenig zu genießen, bedienen sich desselben zur Nahrung auf ihren Reisen durch die Wüsten. Als Arzneymittel angewendet, wirkt es als rein schleimiges Mittel lindernd und beruhigend auf die gereizten Organe, indem es die reizenden Schärfen einhüllt; und dies sowohl innerlich als äußerlich. Äußerlich dient es aber auch noch überdies in Pulvergestalt als Blutstillendes Mittel."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zehnter Band. 1827)