"Acacia ehrenbergiana (Vachellia flava)
"Die Acacia Ehrenbergiana gehört zu den Arten der Gattung, von denen man mit Bestimmtheit
sagen kann, dass von ihnen das Gummi, welches sie absondern, jetzt auch wirklich gesammelt
wird; denn Ehrenberg sähe wie die Beduinen, welche diese Art Samle nennen, sich
mit dem Sammeln des Gummi beschäftigten.
Die Gummisorten, welche vorzüglich im Handel unterschieden werden, sind folgende. 1) Arabisches
Gummi, Gummi arabicum, welches über die Häfen des mittelländischen Meeres zu
uns gebracht wird, kommt meist in weißlichen Stücken vor, die nicht selten gleichsam aus Trümmern
bestehen, und daher sehr leicht zerbrechlich sind. Es hat sehr wahrscheinlich gleichen Ursprung
mit den beiden folgenden, und ist wohl das, welches nach Ehrenberg’s Bemerkung schaumig
aus dem Baume hervortritt, was auch um so glaublicher ist, da nach Sickmann das Gummi arabicum auch dadurch sich auszeichnet, dass seine Auflösung
beym Umrühren über dem Feuer sehr leicht schäumt, 2) Barbarisches Gummi, Gummi
barbaricum, über Triest, Marseille und andern Häfen des mittelländischen Meeres zu uns kommend,
besteht aus kleinen, dichten, meist länglichen, gelben und mehr oder weniger braunen, oft
fast undurchsichtigen, ziemlich leicht zerbrechlichen Stücken. 3) Geddagummi, Gummi Gedda,
welches auf gleichem Wege wie das vorhergehende zu uns gebracht wird, kommt in etwas größern,
mehr rundlichen, nicht so leicht zerbrechlichen Stücken, meist von bräunlich- rother Farbe
vor, und nähert sich dem folgenden. 4) Senegalgummi,
Gummi Senegal s. senegalense,
welches vom Senegal über Bourdeaux zu uns kommt, erscheint in großen, rundlichen Stücken,
von weißlicher, gelber bis röthlicher Farbe, die sehr schwer zerbrechlich und im Bruche großmuschlig
sind. Die vorhergehenden Sorten geben dagegen selten, und zwar dennoch nur einen
sehr kleinmuschligen Bruch."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zehnter Band. 1827)