"Gemeine Rüster, gemeine Ulme, Jlme, Effern, Jpern, Jspenholz, Epenholz, Ulmbaum, Effenbaum, Steckriecke, Rusche.
Wächst in ganz Deutschland, so wie in allen Ländern Europens in Wäldern.
Blühet im März und April.
Von der Ulmus campestris, so wie auch von den beyden folgenden Arten, nämlich der Ulmus suberosa und Ulmus effusa sammelt man im Frühjahr von den nicht zu alten, jedoch auch nicht ganz jungen Ästen, oder bey jungen Bäumen auch von dem Stamme, die innere dicht am Holze liegende Rinde, so, daß man also die äußere davon absondert, und bewahrt sie in den Apotheken unter dem Nahmen Cortex Ulmi interior auf.
Die Rinde ist von gelblicher Farbe, geruchlos, etwas bitter und zusammenziehend, vorzüglich aber schleimig. Von ältern Stämmen ist sie mehr zusammenziehend, aber weniger bitter, weßhalb man sie nach Banau nur von zehn- bis zwölfjährigen Bäumen sammeln soll.
Man hat die Abkochung dieser Rinde in der Bauchwassersucht und Gicht empfohlen; noch mehr aber ist sie wider den Aussatz, bey flechtenartigen Ausschlägen, bey der Krätze und bösartigen Geschwüren gelobt worden."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Dritter Band. 1815.)

"Kork-Rüster, rothe Rüster, kleinblättrige Rüster, Wasserrüster, Wasserulme, rauhe Ulme, weiße Rüster, weiße Bergrüster, graue Rüster/Haynbuchenrüster, Bergrüster, hohe breitblättrige Rüster mit weißer Rinde, wilde Iper.
Wächst in ganz Deutschland und fast in allen übrigen Ländern Europens in Wäldern.
Blühet im März und April,
Die Rinde der Ulmus suberosa ist ebenfalls schleimig etwas bitter und adstringirend und besitzt auch eben dieselben therapeutischen Eigenschaften , wie die der Ulmus campestris."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Dritter Band. 1815.)

"Langstielige Rüster, schwarze Rüster, langstielige Blumenrüster, Rauchlinde, Lindbast, Bastlinde, Bastilme, Quitsche, Wietsche, Wietschke.
Wächst in ganz Deutschland und fast in allen Ländern Europens in Wäldern.
Blühet im März und April.
Die Rinde der Ulmus effusa kommt in Rücksicht ihrer Eigenschaften mit der der beyden vorhergehenden Arten überein und kann daher ebenfalls in den Apotheken gesammelt und unter dem Nahmen Cortex Ulmi interior aufbewahrt werden; denn zu der Zeit, als man die Wirkungen dieser Rinde auf den kranken Körper kennen lernte, waren diese hier beschriebenen Rüsterarten noch nicht genau unterschieden, und es ist daher sehr wahrscheinlich, daß man sich sowohl der der einen als der andern Art bedient hat. Banau scheint jedoch nur, wie von mir schon bemerkt worden ist, die Rinde der Ulmus suberosa parviflora angewandt zu haben.
Es ist bemerkenswert, daß die Rüstern von so vielen Arten Insecten befallen werden ..."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Dritter Band. 1815.)