Synonyme: Atropa lethalis, A. lutescens, A. pallida, Belladonna baccifera, Belladonna trichotoma;
Judenkernlein, Judenkirsche, Rasewurz, Schlafkirsche, Schwarzber, Teufelsauge, Teufelsberi, Teufelskirsche, Tintenbeer, Todeskraut, Tollbeere, Tollkraut, Waldnachtschatten, Wolfsbeere, Wolfskirsche

Historisches: Die Gattung ist nach Atropos, der griechischen Parze benannt, die den Lebensfaden durchschnitt. Im 16. Jh. wurde die Tollkirsche als Kosmetikum zur Erzeugung großer Pupillen eingesetzt, daher rührt der Name "bella-donna". Die Tollkirsche spielte im Mittelalter als Bestandteil von Hexentränken und -salben eine große Rolle, die mit der ZNS-Wirksamkeit der Tropanalkaloide in Verbindung steht (Halluzinogene biogenen Ursprungs). Die Tollkirsche wurde auch als Mordgift benutzt, so z.B. im Krieg der Schotten gegen die skandinavische Armee unter dem Norwegerkönig Sven Knut (etwa 1035). Damals vergifteten die Schotten die Nahrungsmittel der Skandinavier mit Tollkirsche und vernichteten damit die norwegischen Truppen.

Drogen: 1. Belladonnae folium (syn. Belladonnae herba, Folia Belladonnae, Herba Belladonnae); Belladonnablätter (syn. Tollkirschenblätter, Tollkrautblätter, Waldnachtschattenblätter, Wolfsbeerenblätter, Wolfskirschenblätter, Tollkirschenkraut, Tollkraut).
Inhaltstoffe: Tropanalkaloide: Atropin (Racemat aus S-(-)- und R-(+)-Tropasäureester des Tropins) und (-)-Hyoscyamin als Hauptalkaloide, daneben geringe Mengen an Apoatropin, Belladonnin und (-)-Scopolamin; Flavonoide, Cumarine, Gerbstoffe.
2. Belladonnae radix (syn. Radix Belladonnae); Belladonnawurzel.
Inhaltstoffe: Tropanalkaloide (0,3-1,2 %), u.a. Hyoscyamin, Apoatropin, Tropin, Cuskhydrin, Scopolamin.