"Thymus vulgaris
"Thymus vulgaris ist fast eben so , wie Thymus Serpyllum , mancher Abweichung unterworfen,
und daher hat man auch von früherer Zeit her schon vier Varietäten unterschieden.
Man sammelt von ihm ebenfalls die blühenden Zweige und hebt sie unter dem Namen Herba
Thymi auf. Da er nur im südlichen Europa vorkommt, so wird er zum Gebrauche bey uns in Gärten
angebaut. ...
Die Menge des aus ihm zu erhaltenden ätherischen Öhles, Oleum Thymi aethercum
welches eine rothbraune Farbe, und bey dem eigenthümlichen Gerüche des Thymians, einen scharfen
Geschmack besitzt, ist von mehreren Beobachtern sehr verschieden angegeben. ... Wenn es länger aufbewahrt wird, so schießen Krystallen in ihm an, die fast als Kampher
erscheinen, jedoch gegen einige Reagentien sich etwas anders zeigen. Von Dörffurt werden
sie für Benzoesäure gehalten.
In therapeutischer Hinsicht kommt dieses Gewächs ganz mit dem Thymus Serpyllum überein,
und wird auch auf gleiche Weise zu Kräuterkissen und dergleichen angewendet; überdies
aber findet cs auch noch in der Küche seine Anwendung."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Elfter Band. 1830)