"[III.38. - Saturei] - Thymus vulgaris (Labiatae) - Gemeiner Thymian, Satureja capitata (Labiatae) - Satureistrauch
Der Thymos [Einige nennen ihn den weißen, Andere den kopfförmigen, Epithymis, Thyrsion, die Römer Thymus, die Ägypter Stephane, die Dakier Mozula] ist Allen bekannt. Es ist ein kleiner, sperriger, mit vielen schmalen Blättchen besetzter Strauch, welcher an der Spitze purpurrothe Blütenköpfchen trägt. Am meisten findet er sich in steinigen und magerbodigen Gegenden. Mit Salz und Essig getrunken hat er die Kraft, den Schleim durch den Bauch abzuführen. Die Abkochung davon mit Honig hilft bei Orthopnöe und Asthma, treibt den Bandwurm, den Embryo und die Nachgeburt aus und befördert die Menstruation. Er ist auch ein harntreibendes Mittel. Mit Honig als Leckmittel ist er ein Expectorans. Mit Essig umgeschlagen verteilt er frische Ödeme, löst das geronnene Blut auf und vertreibt Feigwarzen und gestielte Warzen. Er ist auch mit Wein und Graupen als Aufschlag ein gutes Mittel bei Ischias. Mit den Speisen genommen nützt er denen, die an Stumpfsichtigkeit leiden. Vorzügliche Verwendung findet er als Gewürz für die Gesunden.
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(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)
"[V.55. - Tragoriganoswein]
Wein aus stark riechendem Thymian. Macerire 4 Drachmen in Leinen gebundenen stark riechenden Thymian in 4 Xestes Most drei Monate lang, dann giesse den Wein ab. Er ist ein gutes Mittel bei Leibschneiden, Krämpfen, inneren Rupturen, Seitenschmerzen, verhaltenen Winden und schwerer Verdauung.
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(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)
"[V.59. - Thymianwein]
100 Unzen zerstossenen und gesiebten Thymian lege, in ein Leintuch gebunden, in einen Krug Most. Er ist ein gutes Mittel gegen schlechte Verdauung, Appetitlosigkeit, Dysenterie, Nerven- und Unterleibsleiden, gegen winterliche Frostschauer und Bisse giftiger Thiere, welche Kälte und Fäulniss im Gefolge haben.
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(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)