"Die Thapsie zeichnet sich durch eine sehr scharfe Wurzel aus, deren eingedickter Saft, welcher eine brechenerregende Eigenschaft besitzt, von den Alten aufbewahrt wurde. Man fürchtete sich so sehr vor dessen Schärfe, dass man sich beim Anrühren und Zerschneiden der Wurzel mit einem Cerate bestrich , schon die Ausdünstung derselben soll Geschwulst des Gesichtes verursachen u. s. w.
Die Pflanze , von der hier die Rede ist , heißt im Systeme Thapsia garganica, und kommt in Calabrien, dem nördlichen Afrika, so wie in Griechenland nicht selten vor. Dumont d'Urville fand sie sehr häufig auf Melo, Cimolo , Astypoläa u. s. w. , außerdem entdeckte er noch auf hohen Felsen der Insel Kos eine neue Art, die er Thapsia praealta nennt.
Die Hippokratiker gaben die Thapsia mit Polenta gegen Husten der Kinder ; in einem Infusum in Verbindung mit weißer Nieswurz und Elaterium am Ende der Lungenentzündung . Die Blätter wurden gegen Diarrhoe mit Honig gegeben , Betrunkenen soll man, wenn sie wieder zu sich gekommen , den Saft sehr verdünnt geben, damit sie ihn schnell wieder wegbrechen . Aeusserlich diente die Thapsie als zertheilendes Mittel , auch brauchte man sie zur Beförderung der Menstruation in Mutterklistieren und Mutterkränzen."
(J.H.Dierbach: Die Arzneimittel des Hippokrates, 1824)